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Am Kreuzlinger Autobahnzoll gibt es den begehrtesten Stempel weit und breit

Die Kontrolle der Ausfuhrscheine ist eine ernste Sache. Schweizer verstehen das oft nicht, wie der deutsche Zollbeamte Stefan Teufel erzählt.
Nicole D'Orazio
Der deutsche Zollbeamte Stefan Teufel stempelt am Autobahnzoll Kreuzlingen/Konstanz Ausfuhrscheine ab. (Bild: Andrea Stalder)

Der deutsche Zollbeamte Stefan Teufel stempelt am Autobahnzoll Kreuzlingen/Konstanz Ausfuhrscheine ab. (Bild: Andrea Stalder)

«Guten Tag. Haben Sie die Ware dabei? Ist sie im Auto?» Der deutsche Zollbeamte Stefan Teufel sagt diese drei Sätze zig mal. Nach rund fünf Minuten steht wieder ein Schweizer vor ihm und er stempelt die Ausfuhrscheine und kontrolliert den Ausweis. Es ist ein ganz gewöhnlicher Mittwochnachmittag am Autobahnzoll Kreuzlingen/Konstanz.

Teufel ist bei der Kontrolle der Ausfuhrscheine eingeteilt. Viele Schweizer waren ennet der Grenze einkaufen und möchten die Formulare abstempeln lassen, um die deutsche Mehrwertsteuer zurückzuerhalten. «An einem Samstag geht es hier natürlich anders zu und her. Da stehen die Schweizer bis nach draussen an.»

Die Einkaufstouristen könne man samstags gut in Kategorien einteilen, sagt Teufel. So ab 11 Uhr bis mittags kehrten jene in die Schweiz zurück, die im Industriegebiet Lebensmittel eingekauft hätten. «Ab 14 Uhr kommen dann die, die in der Stadt waren. Die haben in der Regel mehrere Zettel dabei.» Nach 18 Uhr sei der Rummel in der Regel vorbei. In den Sommermonaten seien jedoch viele Einkaufstouristen erst gegen 22 Uhr auf dem Heimweg.

«Aber das ist kein Problem. Unsere Zollstelle ist 24 Stunden geöffnet. Es kommt auch immer wieder vor, dass es Nachtschwärmer gibt, deren Formulare ein Zollbeamter nachts um drei Uhr abstempeln muss.»

Unter der Autobahn verläuft ein Tunnel, der die beiden Zollstellen verbindet. Durch diesen können die Einkaufstouristen zum stets offenen Schalter, der sich auf der Seite in Fahrtrichtung Deutschland befindet, gelangen. Auch sonntags sind die Zollbeamten nicht von den Ausfuhrscheinen befreit. «Dann sind Deutsche unterwegs, die in der Schweiz wohnen und in der Heimat waren», erzählt Teufel.

20 bis 25 Beamte stempeln pro Dienst

An den fünf Konstanzer Zollstellen sind jeweils 20 bis 25 Beamte im Einsatz für die Kontrolle der Ausfuhrscheine. Der Dienst dauert acht Stunden. «Das gehört halt dazu. Wir bestätigen damit die Ausfuhr im privaten Bereich», sagt Stefan Teufel. Man müsse das nicht jeden Tag machen. «Ich bin sonst bei der deutschen Einfuhr tätig.»

Teufel und seine Kollegen bemühen sich, stets freundlich zu sein. In 95 Prozent der Fälle gelingt das. «Je nach Masse kann es halt schon mal hektisch werden.» Zu Problemen oder Diskussionen komme es gerne, wenn die Zollbeamten die Ware sehen wollen. «Die Vorgabe lautet, dass wir bei 30 Prozent Stichproben machen», erklärt Teufel.

«Mit Schikane, als was es viele Schweizer empfinden, hat das nichts zu tun.»

Viele würden nicht wissen, was hier am Zoll genau gemacht werde, meint der Konstanzer. «Eine Zollanmeldung kommt einer Warenkontrolle gleich. Es nervt mich manchmal, dass die Leute das nicht wissen.» Es wäre die Aufgabe der Geschäfte, die Kunden besser zu informieren. «Man muss die gekaufte und angemeldete Waren deshalb beim ersten Grenzübertritt dabei haben. Ansonsten könnten wir eine Busse ausstellen.»

Manche Schweizer schmeissen die Formulare einfach hin

Teufel ärgert es manchmal, wenn ihm die Formulare einfach hingeschmissen werden, diese verknittert, kaputt oder unleserlich sind. «Viele wollen bei uns dann auch gleich die Mehrwertsteuer ausbezahlt haben. Sie wissen nicht, wie das System funktioniert.»

Das hänge jedoch auch von der Zollstelle ab, weiss der Beamte, der seit 21 Jahren hier tätig ist. Am Konstanzer Tor – für Kreuzlinger der Emmishofer Zoll – hätte man kaum solche Probleme. «Dort sind die Einheimischen unterwegs. Die wissen, wie’s läuft.» Und über etwas freut sich der Zollbeamte immer: Wenn jemand einfach mal Danke sagt.

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