Am GirlsDay des Thurgauer Fussballverbands bleiben die Jungs draussen

Mädchen aus dem ganzen Kanton trafen sich am Sonntag in der Turnhalle in Berg zum Training und anschliessenden Turnier. Der Thurgauer Fussballverband organisiert den Girls Day bereits zum vierten Mal. 

Viviane Vogel
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Bild: Andrea Stalder

Für einmal gehören die Fussbälle nur den Mädchen. An verschiedenen Posten gibt es Techniktraining, unter anderem im Fallrückzieher und im präzisen Schiessen. «Fussball fordert den Körper auf vielseitige Art und Weise», sagt Silvia Heeb, Verantwortliche für Mädchen- und Frauenförderung im Thurgauer Fussballverband (TFV). «Wir wollen den Mädchen die Chance geben, das selbst zu erleben.» Es gebe nämlich noch sehr viel zu tun, um den Sport für Mädchen zu normalisieren.

«Fussball kommt einem nicht als erstes in den Sinn, wenn man ein Hobby für die Tochter sucht.»
Patrick Küng, Präsident des Thurgauer Fussballverbands.

Patrick Küng, Präsident des Thurgauer Fussballverbands.

(Bild: Andrea Stalder)

TFV-Präsident Patrick Küng sagt: «Deshalb haben wir heute auch fast nur Trainerinnen im Einsatz. Sie können den Mädchen Vorbilder sein.»

Der Anlass stösst auf grosses Interesse

Teilnehmerin Amara aus Sulgen.

Teilnehmerin Amara aus Sulgen.

(Bild: Andrea Stalder)

Am Sonntag organisierte der TFV in Berg den vierten GirlsDay. Die Mädchen durften sich in einem Parcours üben und zum Abschluss ein kleines Turnier spielen. «Ich will nächstes Jahr wiederkommen», sagt Amara, die in Sulgen spielt. «Am besten hat mir der Posten gefallen, wo man die Hütchen treffen musste.»

Alissa trainiert einen Fallrückzieher.

Alissa trainiert einen Fallrückzieher.

(Bild: Andrea Stalder)

Ling Phiaphakdy, deren Tochter gerade den Fallrückzieher übt, ist auch zufrieden mit dem Anlass. «Meine kleine Alissa ist jedes Jahr Feuer und Flamme für den GirlsDay. Sie spielt zwar schon im Club, aber da sind sie und ihre Freundin die einzigen unter Jungs.» Es sei deshalb für Alissa eine schöne Abwechslung, mal nicht herauszustechen und in einer reinen Mädchengruppe zu trainieren.

Sie sollen merken: «Wir sind viele!»

Silvia Heeb, Frauenverantwortliche des Thurgauer Fussballverbands.

Silvia Heeb, Frauenverantwortliche des Thurgauer Fussballverbands.

(Bild: Andrea Stalder)

«Das ist genau, was wir anstreben: Dass die Mädchen auch mal unter sich sein können, und erleben, dass sie ihr Hobby mit ihresgleichen teilen», sagt Heeb. Um möglichst viele zu erreichen, wurden Vereine aus dem ganzen Kanton angeschrieben. «Wir sind zufrieden mit der Besucherzahl», sagt Küng. «Es sind 27 Kinder hier, und mehr als 30 wollten wir gar nicht.»

Teilnehmerin Lorena.

Teilnehmerin Lorena.

(Bild: Andrea Stalder)

Lorena gehört heute zu den Ältesten und Erfahrensten: «Ich trainiere sonst mit Jungs. Mir macht beides Spass, aber man spielt schon unterschiedlich.» Sie will es mit dem Fussball noch weit bringen. «Mein Ziel ist die Champions League.»

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