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Altnauer stemmt 170 Kilo und wird Schweizer Meister

Jerome Wittwer ist in seiner Kategorie der beste Bankdrücker des Landes.
Martina Eggenberger Lenz
Jérome Wittwer kann das 1,8-fache seines Körpergewichts stemmen. (Bild: Martina Eggenberger)

Jérome Wittwer kann das 1,8-fache seines Körpergewichts stemmen. (Bild: Martina Eggenberger)

Fünf Abende die Woche verbringt der Kraftsportler in seiner «Muskelbude». Im Untergeschoss des Mehrfamilienhauses in Altnau hat er sich sein eigenes kleines Reich eingerichtet. Nicht zum Spass, sondern weil er gewinnen will. Jérome Wittwer macht keine halben Sachen. Das strahlt er auch aus.

Seit letztem Wochenende strahlt er noch ein bisschen mehr: Er hat an den Schweizer Meisterschaften im Powerlifting in Sierre den ersten Platz gemacht. Powerlifting, das ist Kraftsport, vergleichbar mit dem olympischen Gewichtheben. Es geht darum, grösstmögliche Lasten zu bewältigen. Der 37-Jährige hat 170 Kilogramm gestemmt und damit mit dem Schweizer Rekord seiner Gewichtsklasse gleich gezogen. «Dass ich die 170 Kilo geschafft habe, ist mein persönlicher Sieg», freut sich Wittwer.

Plötzlich fühlten sich die Gewichte gut an

Dabei war das Gefühl im Vorfeld lange nicht gut. Die Vorbereitung auf den wichtigen Wettkampf ging gründlich in die Hose. Der kleine Mann mit den grossen Muskeln brachte sein Gewicht nicht wie gewünscht runter, die Kraft fehlte, die Teilnahme an den Meisterschaften erschien ihm fast schon sinnlos. Doch dann kam die gute Nachricht vom Verband: Wittwers Gewichtskategorie werde mit der nächst höheren zusammen gelegt, sprich er musste nicht mehr abnehmen. Und das Kunststück gelang.

«Ich war in meinem eigenen Film, konnte super fokussieren, die Gewichte fühlten sich gut an.» Am Ende kämpfte Jérome Wittwer nur noch gegen sich selbst. Die Gegner waren längst ausgeschaltet. Um sein Ziel zu erreichen, hat der Altnauer hart gearbeitet. «Aber ich trainiere eben auch gerne.»

Die Familie zieht mit und hat Verständnis für die Leidenschaft des gelernten technischen Kaufmanns, der im Verkauf arbeitet. Die Wochenenden, die gehören allerdings Frau und Kind. Und auch der Speiseplan wird dann jeweils etwas weniger streng interpretiert. Grundsätzlich isst der Kraftsportler viel Fisch und Fleisch, die Eiweisse sind wichtig. Ergänzend kommen Vitamine, Aminosäuren und Kreatin dazu. «Das sind quasi meine Drogen», meint das Muskelpaket, das nichts von Doping hält. Bei seinem Verband werde stark kontrolliert, erzählt Wittwer.

Der frisch gebackene Schweizer Meister ist stolz auf seine Muskeln. (Bild: Martina Eggenberger)

Der frisch gebackene Schweizer Meister ist stolz auf seine Muskeln. (Bild: Martina Eggenberger)

Männer mit Muskeln habe er schon immer cool gefunden. In der «Muskelbude» hängt ein Bild von Arnold Schwarzenegger an der Wand. Als Kind habe er gerne mit den Muskelprotz-Figuren von Masters of universe gespielt. Als Jugendlicher startete er bei BMX-Rennen. Bei einem Wakeboard-Unfall machte sich Wittwer das Knie kaputt. Das war der Anfang seiner Powerlifting-Karriere.

«Ich bin jetzt schon 17 Jahre am Eisen.»

So nennt man das Krafttraining mit Hanteln und Gewichten. Angestachelt von seinem Erfolg überlegt sich der Altnauer nun, ob er demnächst den Schritt aufs internationale Parkett wagen soll. Er ist aber darauf bedacht, dass seiner Familie durch den Sport keine finanziellen Nachteile entstehen. «Darum werde ich das nur machen, wenn ich einen Sponsor finde.» Um einen solchen zu finden, wird für den Kraftsportler die Selbstvermarktung immer wichtiger, zum Beispiel über social media. «Ich muss schon sagen, ich habe jetzt Blut geleckt. Die WM-Teilnahme wäre schon schön.»

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