Abstimmung
Altnauer sagen Ja zum neuen Restaurant am Hafen

Mit einer deutlichen Mehrheit haben die Stimmbürger am Donnerstagabend den 6,65-Millionen-Kredit für die Entwicklung des Kronen-Areals genehmigt.

Martina Eggenberger Lenz
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Blick von der Gebäuderückseite auf die Situation mit Altliegenschaft und Neubau.

Blick von der Gebäuderückseite auf die Situation mit Altliegenschaft und Neubau.

Bild: PD

Die Schwärzihalle war am Donnerstagabend voll. 227 Stimmberechtigte plus ein gutes Dutzend Gäste wurden coronakonform in die Mehrzweckhalle geschleust und mit Sicherheitsabstand platziert. Die Befürchtungen im Vorfeld, es würden aus Angst vor einer Ansteckung viele der Gemeindeversammlung fern bleiben, erwiesen sich definitiv als falsch. Die Stimmbeteiligung betrug rekordverdächtige 15,6 Prozent.

Den Anfang machte Primarschulpräsident Harry Lüthi. Zielstrebig führte er durch seine Traktandenliste. Das Budget mit einer praktisch schwarzen Null wurde durchgewunken. Es folgte noch die Information über den Planungsstand der Schulraumerweiterung. Demnächst werden fünf Architekturbüros ihre Wettbewerbsentwürfe einreichen. Über den Baukredit soll im Mai abgestimmt werden.

Nur wenige Gegner melden sich zu Wort

Danach übernahm Gemeindepräsident Hans Feuz die Leitung der Versammlung. Er ging noch einmal kurz die wichtigsten Punkte des Kronen-Projekts durch und zeigte die finanziellen Folgen für die Gemeinde auf. Trotz der Investition mit dem Rahmenkredit von 6,65 Millionen Franken sei eine Steuerfusssenkung ab 2022 realistisch. Der Gemeindepräsident erinnerte noch einmal daran, dass man bereits seit fünf Jahren diskutiere, wie es mit der «Krone» weiter gehen soll. Er führte aus, wieso die Totalsanierung unumgänglich ist und ging auf zuvor geäusserte Bedenken ein.

«Es ist wie mit dem Autofahren oder der Schule. Bei einem Restaurant weiss auch jeder, wie es geht.»

Die erwartete intensive Diskussion blieb dann zur Überraschung vieler aus. Nur wenige Gegner meldeten sich zu Wort. Einigen ging es darum, für die aktuellen Pächter noch ein, zwei Jahre rauszuholen. Feuz erinnerte daran, dass der Wirt längst im Pensionsalter sei. Andere hatten Zweifel, ob mit dem Neubau, der über weniger Sitzplätze draussen verfügt, die prognostizierte und notwendige Rendite überhaupt erwirtschaftet werden kann. «Wir Steuerzahler tragen sonst nämlich das Risiko», gab eine Stimmbürgerin zu bedenken. Ein anderer Votant fand, man könne doch einfach das alte Restaurant punktuell sanieren.

Es gab aber auch ein positives Statement zum von langer Hand geplanten Bauvorhaben. Ein Altnauer meinte:

«Mit der neuen Lösung haben wir doch den Fünfer und das Weggli. Am alten Haus kommt endlich der wüste Anbau weg. Im neuen Restaurant ist alles Boden eben.»

In der Schlussabstimmung zeigte sich ein klares Bild. Ausgezählt wurde nicht. Das Mehr für den Kredit und die Entwicklung für die Zukunft betrug mindestens zwei Drittel. Gemeindepräsident Hans Feuz stand denn auch die Freude über das Vertrauen in den Gemeinderat ins Gesicht geschrieben. Er sagte:

«Danke liebe Altnauer, ihr baut ein neues Restaurant.»

Das Budget 2021 mit einem Ertragsüberschuss von 19000 Franken und verschiedene Kredite für Strassensanierungen sowie der Kredit für den Masterplan für das Zentrum um die westliche Güttingerstrasse wurden einstimmig genehmigt.

Kommunikationsnetz kann verpachtet werden

Verabschiedet wurde auch das neue Reglement für das Kommunikationsnetz Altnau. Dieses ist nötig, um die Grundlage zur Verpachtung zu schaffen. Die Gemeinde allein bringt das Netz nicht auf einen grünen Zweig. Sie braucht einen spezialisierten Partner, um die nötigen Investitionen zu tätigen und die Funktionsfähigkeit zu erhalten. «Wir haben keine Reserven und auch nicht das nötige Knowhow», begründete der zuständige Gemeinderat Hanspeter Holzer. Vorgesehen ist nun eine Kooperation mit der Karo AG (Kabelnetz Romanshorn). Für die rund 250 Kunden im Dorf soll sich nichts ändern.