Altnau
Plötzlich Kampfwahl: Mit Natalie Dietsche steigt eine neue Kandidatin ins Rennen um den freien Gemeinderatssitz

Flurin Alexander-Urech bekommt Konkurrenz. Am 7. März entscheidet sich, welches der zwei ehemaligen Schulgspänli im Dorf mehr Rückhalt hat.

Martina Eggenberger Lenz
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Natalie Dietsche, die neue Gemeinderatskandidatin für Altnau.

Natalie Dietsche, die neue Gemeinderatskandidatin für Altnau.

Bilder: PD

Flurin Alexander-Urech war damals schon knapp dran. Nur wenige Tage vor dem ersten Wahlgang Ende November gab er seine Kandidatur für die Ersatzwahl von Gemeinderätin Anja Hohengasser bekannt – nachdem sich zuvor keiner gemeldet hatte. Gewählt wurde er bekanntlich nicht. Viel mehr als die gemachten 38 Stimmen waren aufgrund der vielen längst namenlos eingelegten Briefwahlstimmen nicht zu erwarten. Also kündigte Alexander-Urech motiviert die Teilnahme am zweiten Wahlgang an.

«Schon gut, wenn es eine Auswahl gibt»

Nun erhält der parteilose Kaufmann aber doch noch Konkurrenz. In den Ring steigt Natalie Dietsche. Sie ist Jahrgang 1996, ebenfalls in Altnau aufgewachsen, ebenfalls eine Rückkehrerin. Und sie war früher sogar in der gleichen Klasse wie Flurin Alexander-Urech. Ist ihre Kandidatur also eine Protestkandidatur? «Für mich steht im Vordergrund, dass ich Freude daran hätte, dieses Amt auszuüben», sagt Natalie Dietsche. Aber ja, es sei schon besser, wenn es bei einer Wahl auch eine Auswahl gebe, begründet sie die Motivation ihrer Bewerbung.

Flurin Alexander-Urech, Kandidat für die Nachfolge von Anja Hohengasser.

Flurin Alexander-Urech, Kandidat für die Nachfolge von Anja Hohengasser.

Natalie Dietsche erklärt, sie habe erst zu spät erfahren, dass der Sitz von Anja Hohengasser frei werde. Da sie im Gesundheitswesen arbeite – als Arztsekretärin an der Rehaklinik in Zihlschlacht – könne sie sich gut vorstellen, das Ressort «Gesundheit und Soziales» zu betreuen. Auch habe sie durch ihre Mutter, die sich sehr für den Mahlzeitendienst engagierte, ein Faible für das Thema. Sie wäre aber auch bereit, andere Aufgaben zu übernehmen, betont sie.

Parteien spielen keine Rolle mehr

Die Sprengkandidatin fühlt sich im Dorf gut vernetzt. Sie erwähnt die Einsätze der Familie an den Dorfmärkten, die Teilnahme an den Anlässen der Vereine. Wie Flurin Alexander-Urech ist sie parteilos, weil sie sich nicht einer einzigen Partei zuordnen wolle. Der erste Kandidat bezieht derweil in einer Sachfrage klar Stellung in einem im «Allgemeinen Anzeiger» publizierten Eingesandt. «Ich spreche mich entschieden gegen eine OLS (Oberlandstrasse) mit Anschluss an die Alte Landstrasse sowie eine Verschwendung von Kulturland aus.»

Da es sich beim Wahltermin vom 7. März um einen zweiten Wahlgang handelt, müssen die Kandidaten kein absolutes Mehr erreichen. Es gewinnt also derjenige mit den meisten Stimmen.