Altlastensanierung
Ein einig Volk von Schützen: Die Kemmentaler öffnen das Portemonnaie für die Sanierung von drei Schiessanlagen

Die Gemeindeversammlung genehmigt drei Kreditanträge über insgesamt rund 1,2 Millionen Franken für die Altlastensanierung der Anlagen in Alterswilen, Hugelshofen und Neuwilen.

Barbara Hettich
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Impressionen vom historischen Schwaderlohschiessen in Neuwilen. Für die Sanierung der Anlage Bäärenmos sind 750'000 Franken veranschlagt.

Impressionen vom historischen Schwaderlohschiessen in Neuwilen. Für die Sanierung der Anlage Bäärenmos sind 750'000 Franken veranschlagt.

Bild: Reto Martin – 27. September 2015

In der Gemeinde Kemmental sind die Schützen im Dorf fest verankert. Dies zeigte der Grossaufmarsch von 127 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend – viele trugen das Logo ihres Schützenvereins auf Jacke oder T-Shirt. Zur Abstimmung standen drei Kreditanträge zur Altlastensanierung der Schiessanlagen Alterswilen (186'000 Franken), Hugelshofen (246'000 Franken) und Neuwilen (750'000 Franken).

Christina PagnonciniGemeindepräsidentin Kemmental

Christina Pagnoncini
Gemeindepräsidentin Kemmental

Bild: PD

Im Frühjahr 2019 wurde den Schützen zugesagt, dass die Gemeinde vollumfänglich für die Sanierung aufkommen wird, informierte Gemeindepräsidentin Christina Pagnoncini. Sie ist seit Januar 2020 im Amt. Im Februar 2020 hat der Gemeinderat dann aufgrund der hohen Sanierungskosten den schiessenden Vereinen vorgeschlagen, alle Schiessaktivitäten in der Schiessanlage in Neuwilen zu konzentrieren, die als Einzige ausserhalb des Siedlungsgebiets liegt. Die Schützenvereine halten aber an den heutigen Strukturen und Standorten fest. Dies wurde an der Gemeindeversammlung auch nicht in Frage gestellt. Grossmehrheitlich und diskussionslos wurden alle drei Anträge über insgesamt rund 1,2 Millionen Franken genehmigt. Der Bund wird über den VASA-Fonds 416'000 Franken beisteuern.

Rechnung mit Überschuss

Einstimmig genehmigte die Gemeindeversammlung die Rechnung 2020, die bei einem Gesamtaufwand von rund sechs Millionen Franken mit einem unerwartet hohen Ertragsüberschuss von 1,279 Millionen Franken abschliesst. Budgetiert hatte der Gemeinderat ein Minus von 75'270 Franken. Grund für das gute Resultat sind höhere Steuereinnahmen, die Übertragung des Schlachthauses an die Gemeinde, eine Verzögerung von Projekten bei den Gemeindestrassen und eine hohe Rückerstattung bei der Sozialhilfe. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugeschlagen.

Diskussionslos genehmigte die Gemeindeversammlung auch den Verkauf eines Teilstücks der Winkelstrasse in Hugelshofen. Damit soll die Zufahrt zu einem Baugrundstück sinnvoll umgesetzt werden. Ebenfalls diskussionslos und mit grossem Mehr wurden alle vier zur Abstimmung vorliegenden Einbürgerungsgesuche bewilligt. Ausserdem hat Gemeinderätin Maya Ulrich ihren Rücktritt aus dem Gemeinderat per 30. September bekanntgegeben.