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Gottlieben bietet eine gelungene Alternative zum Literaturclub

Der Salon Swips war erstmals im Bodmanhaus zu Gast – ein wunderbares Austauschformat. Die Teilnehmer diskutierten über Bücher: persönlich, nachvollziehbar, am Boden bleibend.
Dieter Langhart
Unterhalten sich über Bücher: Daniel Rothenbühler, Katja Fischer De Santi, Marianne Sax. (Bild: Dieter Langhart)

Unterhalten sich über Bücher: Daniel Rothenbühler, Katja Fischer De Santi, Marianne Sax. (Bild: Dieter Langhart)

Diese Idee ist alt und dem Feuilleton vorbehalten: Fachleute rezensieren Bücher für Fans. Eine andere Idee hat Swips, der Verband unabhängiger Verlage in der Schweiz: Fachleute unterhalten sich mit Leserinnen, gehen Büchern auf den Grund, machen sie nachvollziehbar – und stellen sie zur Diskussion. Vorgestern erstmals im Thurgau. Literaturwissenschafter Daniel Rothenbühler, Tagblatt-Journalistin Katja Fischer De Santi, Buchhändlerin Marianne Sax stellten je ein Buch aus einem Swips-Verlag vor und fragten bei den andern nach ihren Reaktionen.

Joseph Boulogne war gefeierter Geiger, Komponist, Fechter, Liebhaber, Mörder – und Sohn eines weissen Plantagenbesitzers und einer schwarzen Sklavin, eine historisch verbürgte Figur im Paris des späten 18. Jahrhunderts. Marianne Sax hatte Jan Jacobs Mulders Roman «Joseph, der schwarze Mozart» ausgewählt und fand den Mulatten «nicht unerotisch».

Entdeckung mit schalem Nebengeschmack

Für Katja Fischer war das Buch eine Entdeckung mit schalem Nebengeschmack; Rothenbühler stiess sich an der «klinisch dargestellten Sexualität». Und lobte Rolf Hermanns Erzählband «Flüchtiges Zuhause», einen eigentlichen Generationenroman über Menschen und Vergänglichkeit im Oberwallis, lobte auch an Lyrik und Spoken Word geschulte Sprache.

Das Buch hatte allen drei mehr oder minder zugesagt. Unisono lobten sie Katja Fischers Lieblingsbuch «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» des in Frauenfeld lebenden irakischen Flüchtlings Usama Al Shahmani: für die Sprache und die arabisch geprägte Erzählkunst, für den Humor, den Willen, in einem fremden Land anzukommen. In zwei Wochen liest er im Bodmanhaus.

Aufgabe nach 50 Seiten

Die Unsicherheit über Heimat erkennt Rothenbühler in allen vier Büchern, auch in «Der Preis» von Antoinette Rychner, das er für den verhinderten Literaturdozenten Samuel Moser vorstellte. Er lobte die pralle Sprache und die surreale Komik; Marianne Sax fand das Buch abstossend und gab nach 50 Seiten auf, für Katja Fischer war es ok.

Mit je einem Sachbuchtipp schloss der abwechslungsreiche und gut besuchte Salon Swips. Ein Veranstaltungsformat, das sich wiederholen liesse. Am Freitag, 8. Februar um 20 Uhr findet eine Lesung mit Usama Al Shahmani im Bodmanhaus statt.

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