Als in Bussnang eine Römerbrücke entdeckt wurde

1979 wurden Brückenpfeiler freigespült, welche die Wissenschaft zum Umdenken bewegte: Es muss auch eine Strasse südlich der Thur von Frauenfeld nach Arbon gegeben haben.

Sabrina Bächi
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Die freigespülten Brückenpfeiler, welche 1979 entdeckt wurden. (Bild: PD/Amt für Archäologie)

Die freigespülten Brückenpfeiler, welche 1979 entdeckt wurden. (Bild: PD/Amt für Archäologie)

Im Frühling 1979 entdeckte Lehrer Hermann Lei aus Weinfelden beim Ganggelisteg Brückenüberreste. Rund 150 Meter flussaufwärts ragten die hölzernen Pfeiler aus dem Boden. Eine dendrochronologische Untersuchung ergab, dass die Pfeiler etwa aus dem Jahr 124 n.Chr. stammen. Über 20 Pfähle konnten ausgezogen und untersucht werden.

Die Eichenpfähle massen im Querschnitt bis zu 38 Zentimeter. Bei zwei Pfählen konnten unten eiserne Pfahlschuhe festgestellt werden. Die oberen Enden der Pfähle lagen rund 2,5 bis 3,5 Meter unter dem heutigen Thurvorland. Die Länge dieser Brückenpfeiler war sehr unterschiedlich. Zwischen 1,64 bis 4,47 Meter massen sie. Die römische Brücke könnte bis fünf Meter breit gewesen sein.

Pfähle sind verschwunden

Die Brücke in Bussnang gab den Archäologen neue Erkenntnisse. Bisher ging man davon aus, dass die römische Strasse von Pfyn nach Arbon lediglich am Nordufer der Thur entlang führte. Diese Brücke belegt einen südlichen Wegverlauf von Frauenfeld nach Arbon.

Allenfalls gab es von Bussnang sogar einen Abzweigung Richtung Lauchetal. Einen genauen Strassenverlauf kann jedoch bis heute nicht eruiert werden. Die Pfähle sind nicht erhalten, einzig die Pfahlschuhe gibt es noch.