Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Alphorn-Nachwuchstalent aus Affeltrangen spielt sich in die Herzen der Zuhörer

Beim Folkore-Nachwuchswettbewerb hornte sich Malina Grimm auf Platz drei. Die Achtjährige entlockt ihrem Alphorn klare Klänge. Sie ist ein Talent mit Biss, Herzblut und Thurgauer Tracht.
Hana Mauder Wick
Malina Grimm spielt mit Leidenschaft Alphorn. Das grosse Vorbild der Affeltrangerin ist Lisa Stoll. (Bild: Donato Caspari)

Malina Grimm spielt mit Leidenschaft Alphorn. Das grosse Vorbild der Affeltrangerin ist Lisa Stoll. (Bild: Donato Caspari)

Wenn sie lächelt, geht die Sonne auf. Sogar an einem herbstlichen Hochnebel-Tag in Affeltrangen. «Ich bin Malina Grimm», meint die seit kurzem Achtjährige und schaut ihr Gegenüber aus blauen Augen genau an. Die passen gut zu ihrer Thurgauer Alltagstracht. An dieser Stelle wäre es einfach, sie in die Schublade «sehr herziges Mädchen» zu stecken.

Aber dann packt dieses zierliche, rund 1.30 Meter kleine Geschöpf ihr 3.60 Meter grosses Alphorn aus. Holt tief Luft. Und dann entlockt sie diesem archaischen Stück Schweizer Musikgeschichte die ersten Klänge. Da wird klar: Sie kann was. Sie will was. Und sie hornt einem mitten ins Herz.

Am Folklore-Nachwuchswettbewerb vom November in Richkenbach ZH holte sie sich unter 160 Jungtalenten den dritten Platz in der Kategorie Alphorn. Der Ehrgeiz ist geweckt: «Das nächste Mal will ich siegen», sagt sie. Der erste Preis – ein funkelnder Bergkristall in XL-Grösse - hat es dem Blondschopf angetan.

Früh gefunkt

In Sachen Musikliebe hat es bei ihr früh gefunkt: «Das erste Mal habe ich an der Olma ein Alphorn gehört», erzählt die Zweitklässlerin. Nur kurze Zeit später eröffnete die damals Sechsjährige ihren Eltern Sandra und Peter Grimm: «Das will ich auch.» Die Eltern waren erstaunt. «Ich dachte, das ist ein schlechter Scherz», erinnert sich die Mutter. Der Rest der Familie sei nicht musikalisch. «Mit einem Alphorn hätten wir nie gerechnet.» Seither fiebert die Familie bei den Auftritten kräftig mit.

Aber: «Einen Lehrer zu finden war gar nicht so einfach», sagt Peter Grimm. Der pensionierte Landwirt und Vollblut-Alphörner Fredy Schnyder erwies sich für das Mädchen als «Glücksfall». Er hat die junge Alphornistin unter seine Fittiche genommen und ihr viel beigebracht: Noten lesen. Die korrekte Atem- und Blastechnik.

Folklore-Nachwuchswettbewerb

Das Ziel des Nachwuchswettbewerbes ist die Förderung und Erhaltung der Schweizer Folklore. Durch Auftrittsmöglichkeiten soll jungen Talenten die Motivation etwa zum Jodeln oder Alphornblasen vermittelt werden. Die SRF Musikwelle überträgt den Anlass. An den bisherigen Wettbewerben machten verschiedene Talente auf sich aufmerksam: zum Beispiel Nicolas Senn, Lisa Stoll oder die Geschwister Küng. (mau)

Dem Alphorn Töne zu entlocken, ist nicht leicht. Da gibt es keine Tasten und Knöpfe, die man drücken könnte. «Es braucht halt ein gutes Gehör und Gespür», sagt Malina Grimm. Aber auch Talent und den richtigen Biss: Die junge Alphornistin übt mit Ausnahmen jeden Tag. Zum Üben muss das riesige Instrument sogar in die Ferien mit.

Einmal die Woche steht der Unterricht bei Fredy Schnyder auf dem Programm. Manchmal vergessen die beiden im Gleichklang die Zeit. «Wir spielen, bis ich es kann», sagt sie.

Einzige Thurgauerin

Ein- bis zweimal im Monat darf sie an der Seite der «Alphorn- und Büchelgruppe Sonnenberg» zeigen, was sie kann. Beim Folklore-Nachwuchswettbewerb war Fredy Schnyder hinter den Kulissen mit dabei. Malina Grimm betrat als einzige Thurgauerin die grosse Bühne. «Meine Beine haben vor dem Finale etwas gezittert», erzählt sie.

Das Nachwuchstalent transportiert die Freude an einem Stück Schweizer Musikgeschichte in die nächste Generation. Die Thurgauerin hat ein Faible für die klassischen Ohrwürmer und Volkslieder. Sie weiss: Das Alphorn ist längst keine reine Männersache mehr. «Mein grosses Vorbild ist Lisa Stoll», sagt das Mädchen aus Affeltrangen. «Wenn ich fleissig übe, kann ich sie vielleicht einmal treffen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.