Der HC Thurgau fegt die Zweifel weg

Beim 3:1-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten Olten zeigt sich der HCT in Playoff-Form. Weil Visp gleichzeitig verliert, haben die Ostschweizer den Heimvorteil in den Viertelfinals vier Runden vor Qualifikationsende wieder in den eigenen Händen.

Matthias Hafen
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Rückkehrer Andri Spiller erzielte bei seinem Heim-Debüt mit dem HC Thurgau den Treffer zum 3:0.

Rückkehrer Andri Spiller erzielte bei seinem Heim-Debüt mit dem HC Thurgau den Treffer zum 3:0.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

Der HC Thurgau kann’s noch. Am Samstagabend, im Comeback-Spiel von Kellen Jones, zeigten sich die Ostschweizer in alter Stärke und besiegten den vor ihnen platzierten EHC Olten 3:1. Die Rückkehr des kanadischen Topskorers nach acht verpassten Partien schien der Mannschaft tatsächlich einen Aufschwung zu geben. So, wie es Trainer Stephan Mair und andere im Team während Jones’ Verletzung vorausgesagt hatten.

Das heisst, innerhalb der Mannschaft weiss man genau, wozu man mit welcher Besetzung fähig ist. Und: Das Selbstvertrauen hat unter der Baisse Anfang Jahr nicht gelitten. Die Entschlossenheit, die der HCT gegen Olten an den Tag legte, war eindrücklich. Und zu sehen, wie die Defensive wieder grösstenteils funktioniert, muss für Headcoach Mair das Schönste gewesen sein. Denn damit hat das Swiss-League-Team aus Weinfelden in dieser Saison am meisten gepunktet.

Oltens Siegesserie nach sieben Spielen gestoppt

Thurgau überstand nicht nur Oltens Startfurioso. Es hielt danach 40 Minuten lang dicht. Notabene gegen einen Aufstiegskandidaten, der am Samstag kein geringeres Ziel hatte, als den EHC Kloten vom Thron zu stossen. Und gegen einen Kontrahenten, der zuletzt sieben Mal in Folge gewonnen hatte. In der Güttingersreuti aber erzielte Olten erst in der 43. Minute sein erstes Tor – durch Gary Nunn im Powerplay. Zu diesem Zeitpunkt führte der HC Thurgau bereits 3:0. Michael Loosli nach starkem Pass von Franco Collenberg (10.) sowie Patrick Spannring auf Vorarbeit von Niki Altorfer und Frantisek Rehak (15.) hatten bereits im Startdrittel die Weichen auf Sieg gestellt.

Und nur 30 Sekunden nach der ersten Pause zeigte sich, wie wichtig die Verpflichtung von Andri Spiller für Thurgau noch sein kann. Der Zuzug von Rapperswil-Jona, der sicher bis Saisonende beim HCT bleibt, staubte einen Puck vor dem Oltner Gehäuse in bester Torjägermanier zum 3:0 ab. Damit war Olten vorerst gebodigt.

Natürlich brauchte es Fehler des Gegners, damit die Thurgauer vor heimischem Publikum derart auftrumpfen konnte – in diesem Fall bei jedem Treffer. Dass eine Mannschaft wie der HCT, der sich mit dem Skoren so schwierig tut, die gegnerischen Fehler aber so souverän ausnutzt, lässt für das anstehende Playoff hoffen.

Mangelnde Disziplin bringt Thurgau fast noch in Bredouille

Nun muss Headcoach Mair nur noch an die Disziplin seiner Spieler appellieren. Mit fünf Strafen alleine im Schlussdrittel  – eine davon führte zum 1:3  – hätte Thurgau einen bereits gebodigten Gegner beinahe selber zurück ins Spiel gebracht.

Mit dem Sieg gegen Olten kletterte der HCT wieder auf Platz vier in der Tabelle. Vier Runden vor Qualifikationsende hat er den Playoff-Heimvorteil wieder in den eigenen Händen.

Thurgau – Olten 3:1 (2:0, 1:0, 0:1)

Güttingersreuti, Weinfelden – 1356 Zuschauer – SR Eichmann/Erard, Steenstra (CAN)/Gurtner.
Tore: 10. Michael Loosli (Janik Loosli) 1:0. 15. Spannring (Altorfer, Rehak) 2:0. 21. Spiller (Connor Jones) 3:0. 43. Nunn (Rouiller, Schirjajew/Ausschluss Collenberg) 3:1.
Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 4-mal 2 Minuten gegen Olten.
Thurgau: Schwendener; Seiler, Parati; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler, Frei; Kellen Jones, Connor Jones, Spiller; Hobi, Brändli, Merola; Spannring, Rehak, Altorfer; Janik Loosli, Rundqvist, Michael Loosli.
Olten: Matthys; Philipp Rytz, Rouiller; Eigenmann, Weisskopf; Sartori, Lüthi; Elsener, Weder; Schirjajew, Knelsen, Nunn; Wyss, Rexha, Schwarzenbach; Fogstad Vold, Rudolf, Haas; Weibel, Salzgeber, Lanz.
Bemerkungen: Thurgau ohne Hollenstein, Moser (beide verletzt), Niedermaier (überzählig), Dufner, Schmuckli (beide Rapperswil-Jona/NLA), Zanzi, Kellenberger, Steinauer, Schnetzer, Moosmann (alle MySports League) und Huber (HCT Young Lions). Olten ohne Horansky (verletzt), Heughebaert (abwesend), Maurer und Lepori (beide überzählig).

Der EHC Frauenfeld muss aufsteigen

Im Thurgauer Eishockey kommt es zu einem ambitionierten und wegweisenden Projekt. Der 1.-Liga-Club Frauenfeld peilt in Kooperation mit dem HC Thurgau einen Platz in der MySports League an - am liebsten schon diese Saison.
Matthias Hafen