Alle sind wählbar, aber die GLP Kreuzlingen empfiehlt Martin Lorenz

Drei Kandidaten bewerben sich für die Nachfolge von Hans-Jürg Klein, der per 31. Juli seinen Rücktritt aus der Primarschulbehörde Kreuzlingen erklärt hatte.

Inka Grabowsky
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Mechthild Täschler, Martin Lorenz und Andreas Schreiber beim Hearing der Grünliberalen unter der Leitung von Miran Kaddur.

Mechthild Täschler, Martin Lorenz und Andreas Schreiber beim Hearing der Grünliberalen unter der Leitung von Miran Kaddur.

Bild: Andrea Stalder

Alle drei Kandidaten standen der Grünliberalen Partei des Bezirks Kreuzlingen am Dienstagabend im Begegnungszentrum Trösch Rede und Antwort. Die Fragen stellte Miran Kaddur. Der Sekundarlehrer und Bezirkspräsident der GLP ist Schulpräsident in Güttingen.

«Die FDP hatte uns angefragt, ob wir ihren Kandidaten Andreas Schneider unterstützen würden. Wir haben dann beschlossen, zuerst alle Kandidaten kennen zu lernen», sagte er. Nach dem Gespräch und einer kurzen Beratung erklärte Vorstandsmitglied Nicole Urweider: «Alle sind wählbar, aber wir haben uns entschieden, Martin Lorenz zur Wahl zu empfehlen. Seine Kompetenz und Flexibilität haben uns überzeugt.»

Keiner der drei sieht sich als Parteipolitiker

Tatsächlich hatte Lorenz auf die Frage, wo er politisch stehe, die grössten Schnittmengen mit den Grünliberalen aufgewiesen. Er sagte:

Martin Lorenz.

Martin Lorenz.

Bild: Andrea Stalder
«Die Spider-Diagramme schicken mich in die GLP. Aber ich bin nicht gerne in einer Parteistruktur. Einer Parteidoktrin würde ich nie folgen.»

In diesem Punkt waren sich alle Bewerber einig. Andreas Schreiber, Polygraf und Fussballtrainer, tritt zwar für die FDP an und ist nach eigenen Angaben «ein liberaler Typ», wertet für sich selbst aber die Persönlichkeit eines Politikers höher als die Parteizugehörigkeit.

Die Betriebswirtin Mechthild Täschler will parteilos bleiben. «Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen.» Auch wenn man das nicht vergleichen könne, sei ihr jede Form von Partei unsympathisch.

«Ich will stets nach meinem Gewissen entscheiden.»
Mechthild Täschler.

Mechthild Täschler.

Bild: Andrea Stalder

Auch sonst waren die inhaltlichen Differenzen klein. Keiner der Kandidaten ist ein Freund der Hausaufgaben. Allen wäre es lieb, wenn sie noch in der Schule erledigt würden. Und niemand möchte die freie Schulwahl. «Es ist praktisch, wenn die Schule in der Nähe des Wohnorts ist, und man seine Kollegen vom Kindergarten bis zur Sekundarschule behalten kann,» sagte Martin Lorenz. Zudem müsse man alles unterlassen, was eine Mehrklassengesellschaft förderte.

«Die Durchmischung von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten ist eine Bereicherung», sagte auch Mechthild Täschler, «aber die Schule muss die verschiedenen Gruppen abholen und auf ein Level bringen.»

Andreas Schreiber sagte:

Andreas Schreiber.

Andreas Schreiber.

Bild: Andrea Stalder
«Man muss in der Schule unter anderem lernen, sich durchzubeissen und bei Konflikten Lösungen zu suchen.»

Täschler, Lorenz und Schreiber sind alle der Meinung, dass die Schweizer Schulen im Allgemeinen und die Kreuzlinger Primarschule im Besonderen gut dastehen. Bezüglich Infrastruktur sei sie mehr als gut aufgestellt, sagte Schreiber. «Ich wünschte mir aber, dass es nicht nur mehr Digitalisierung gibt, sondern auch mehr soziales Miteinander», fügte er hinzu.

«In der Coronakrise war ich begeistert, wie schnell die Schule meiner Tochter auf Home-Schooling umgestellt hat», sagte Täschler. Allerdings könnte ihrer Meinung nach die Verzahnung zwischen Schule und Hort besser sein. Lorenz sieht Verbesserungspotenzial bei der Struktur und der Transparenz der Behörde. Mit seiner Erfahrung als Projektleiter könnte er einiges optimieren, ist er überzeugt. «Ich war selbst kein einfacher Schüler. Nur schon deshalb habe ich viel Respekt vor der Arbeit von Lehrpersonen und will sie durch den strategischen Rahmen unterstützen.» Er hat zwei Kinder an der Primarschule.