Alle müssen zurücktreten

Die vier Salmsacher Gemeinderäte erwarten von Gemeindepräsident Martin Haas, dass er am kommenden Dienstag erklärt, ob er weiter macht oder nicht. Will er im Amt bleiben, treten drei von ihnen zurück. So oder so wird keine Ruhe im kleinen Dorf einkehren.

Markus Schoch
Drucken
Teilen

Es war klar, dass es so nicht drei Jahre lang bis zum Ende der Amtszeit weitergehen kann. Insofern ist das Ultimatum an Martin Haas keine Überraschung. Es ist aber bloss Ausdruck grosser Hilflosigkeit.

Macht er als Gemeindepräsident weiter, ist er zwar seine grössten Kritiker los. In Teilen der Bevölkerung hat er aber so viel Vertrauen verspielt, dass er nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Selbst einflussreiche Personen im Dorf, denen Haas seinen politischen Aufstieg verdankt, haben sich von ihm abgewandt. Und sie werden nicht bis zu den Wahlen 2023 warten, um ihm das Leben schwer zu machen. Mit einem angezählten Gemeindepräsidenten lässt sich aber auch in Salmsach kein Staat machen.

Räumt Haas das Feld, haben die verbliebenen Gemeinderäte das Problem: Sie gelten als Königsmörder. Viele in Salmsach werden nicht verstehen, warum der äusserst umgängliche und oft lachende Gemeindepräsident gehen musste. Ruhe kann nur einkehren, wenn alle am Streit Beteiligten zurücktreten und Platz für einen Neuanfang machen.

Mehr zum Thema