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Alle Bankangestellten der Amriswiler TKB konnten gerettet werden

Die Stützpunktfeuerwehr bewies an ihrer Grossübung, welche Schlagkraft sie bei einem Notfall hat. Der Einsatz wurde von der Bevölkerung mit grossem Interesse verfolgt.
Amy Douglas
Die Feuerwehr zeigte an ihrer Übung auf dem Amriswiler Marktplatz teilweise spektakuläre Szenen. (Bild: Amy Douglas)

Die Feuerwehr zeigte an ihrer Übung auf dem Amriswiler Marktplatz teilweise spektakuläre Szenen. (Bild: Amy Douglas)

Montagabend, 19.29 Uhr. Es ist die Woche vor den Schulsommerferien. Ein schwüler Tag neigt sich dem Ende zu, leichter Wind kommt auf. Die Strassen im Stadtzentrum sind fast leer. 19.30 Uhr: Ein schriller Ton weht von der Rütistrasse über den Marktplatz und durchschneidet die friedliche Stille. Es ist der Feueralarm der Thurgauer Kantonalbank.

Im Gebäude der TKB warten Menschen auf ihre Rettung.(Bild: Amy Douglas)

Im Gebäude der TKB warten Menschen auf ihre Rettung.(Bild: Amy Douglas)

In den oberen Stockwerken des TKB-Gebäudes öffnen sich die Fenster. Dahinter kommen die grinsenden Gesichter junger Bankangestellten zum Vorschein. Angst vor dem Feuer haben sie nicht – denn da ist keines. Trotzdem biegt ein rotes Fahrzeug hinter dem anderen in die Strasse ein, Männer und Frauen in voller Montur springen eilend heraus und folgen den Anweisungen aus ihren Funkgeräten. An diesem Abend wird kein Feuer gelöscht, kein Rauch verdrängt, kein Verletzter behandelt – jedenfalls nicht wirklich. An diesem Abend wird geprobt.

Das Kommando bespricht sich. (Bild: Amy Douglas)

Das Kommando bespricht sich. (Bild: Amy Douglas)

Während die Mitarbeitenden der Bank immer noch amüsiert auf ihre Rettung warten, den zuschauenden Passanten zuwinken und Faxen schneiden, herrscht unter den Einsatzkräften höchste Konzentration. Jeder Handgriff sitzt, jeder Zug ist geplant. Die Frauen und Männer der Feuerwehr Amriswil organisieren sich in verschiedenen Teams. Der Verkehrsdienst sperrt die Strasse ab und weist die Umstehenden zurecht, die sich zu nahe an den unter Hochdruck stehenden Schläuchen befinden. Die Problemerfasser bauen einen grossen Monitor auf und übertragen den Situationsplan auf die Gebäudegrundrisse. Die Sanitäter bauen ihren Nothilfe-Standort auf.

Motorenlärm und Funkmeldungen

Die Übung der Feuerwehr fand auf dem Marktplatz statt. (Bild: Amy Douglas)

Die Übung der Feuerwehr fand auf dem Marktplatz statt. (Bild: Amy Douglas)

Es gibt viel zu sehen. Menschen aus den umliegenden Häusern treten auf ihre Balkone, Passanten bleiben neugierig stehen. Für das ungeschulte Auge herrscht hier Chaos. Es ist laut, der konstante Motorenlärm ist angereichert mit den knirschenden Meldungen aus Funkgeräten und dem Dröhnen des Belüfters.

Überall eilen Menschen in Brandschutzjacken umher, ausgerüstet mit Helm, Taschenlampe und Schutzmasken. Plötzlich rennt ein Trupp über den Marktplatz, eine Bahre hinter sich herziehend. Der Verletzte wird zu den Sanitätern gebracht. Er ist nicht der erste.

(Bild: Amy Douglas)

(Bild: Amy Douglas)

Leblose Körper liegen aufgebahrt auf dem Boden, zwei Sanitäter drehen sie vorsichtig auf die Seite. Dem Zuschauer wird bange. Zu echt sehen die Puppen in dieser Übung aus, als dass man nicht unweigerlich daran erinnert würde, dass solche Katastrophen wirklich passieren.

Den Feuerwehrkräften ist dieser Gedanke nie fern. Nur wenige Stunden vor der Hauptübung wurde ein Teil von ihnen an einen echten Brandherd gerufen – die alte Turnhalle in Güttingen stand in Flammen. So fehlen bei der Übung das Rüstlöschfahrzeug und das Hubrettungsfahrzeug. Dass sie dadurch nicht mit dessen Rettungskorb evakuiert wurden, scheint einige der TKB-Angestellten schon etwas zu enttäuschen. Letztlich sind aber alle trotzdem froh, dass dies nur eine Übung ist.

(Bild: Amy Douglas)

(Bild: Amy Douglas)

Als der Einsatz vorüber ist, geht es ans Aufräumen. So schnell wie alles aufgetaucht ist, so schnell ist es auch wieder aufgeräumt. Die Routine merkt man diesem Feuerwehr-Korps an. So erstaunt auch das überaus positive Feedback nicht, das es von Feuerwehrinstruktor Raphael Heer erhält.

Es hat mittlerweile etwas abgekühlt. Trotzdem sehen die meisten Feuerwehrleute in ihrer Vollmontur überhitzt aus. Nun brauchen sie also nur noch ihren Durst zu löschen. Ob da Wasser das bevorzugte Löschmittel ist, sei dahingestellt.

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