«Ältere Gäste kamen aus Angst nicht mehr»: Wegen Corona schreibt Badi Weinfelden grössere Verluste

Wegen Corona: Pandemiebedingt musste auch die Badi Weinfelden mit Schutzkonzept und Abstandsregeln aufrüsten. Zu Beginn hielten sich die Badegäste gut an die Abstandsregeln, mittlerweile sehnen sie sich nach Normalität.

Deborah Hugentobler
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Seit einem Jahr Leiter der Bäder: Tobias Blattmann.

Seit einem Jahr Leiter der Bäder: Tobias Blattmann.

Bild: Deborah Hugentobler (Weinfelden, 4. September 2020)

Weniger ältere Stammgäste dafür mehr Besucher aus der Region: Die Coronapandemie hat den Alltag des Freibads in Weinfelden auf den Kopf gestellt. Diese Badesaison war kein einfacher Einstieg für den neuen Leiter der Weinfelder Bäder, Tobias Blattmann. Wegen der Pandemie startete die Saison fürs Freibad erst am 8. Juni anstatt bereits im Mai. Die Zeit konnte die Badi trotzdem gut nutzen.

Das Personal habe sich während des Lockdowns vor allem um die Anlagepflege und Reinigung gekümmert, sagt Blattmann. Doch auch das Ausarbeiten des Schutzkonzeptes bedeutete einen grossen zeitlichen Aufwand.

Markierungen und Begrenzung der Besucherzahl

Auf der gesamten Anlage wurden Bodenmarkierungen eingezeichnet, damit die Abstandsregeln eingehalten werden. Eine Begrenzung der Eintritte sowie auch im Wasser und ein separater Eingang und Ausgang bei den Becken schränkte den Badibesuch ein.

Tobias Blattmann testet die Wasserqualität.

Tobias Blattmann testet die Wasserqualität.

Bild: Deborah Hugentobler

«Eine besondere Herausforderung ist, dass die Besucher den Abstand vor der Rutsche und beim Sprungturm einhalten», sagt Blattmann. Das Badipersonal müsse die Gäste immer wieder auf die Abstandsregeln hinweisen. «Zu Beginn hielten sich die Badegäste gut an die Vorgaben.» Doch zum Ende des Sommers würden sich die Besucher immer weniger daran halten, stellt der 30-Jährige fest.

«Ich glaube, sie werden langsam müde von den vielen Regeln und sehnen sich nach etwas Normalität.»

Doch grundsätzlich zeige die Mehrheit der Besucher grosses Verständnis. Der vermutete Ansturm an Gästen fiel jedoch aus, berichtet der Badmeister. Ein grosser Teil, besonders ältere Menschen hielten sich zurück oder mieden die Badi aus Angst, vermutet er. «Interessanterweise kamen in dieser Zeit vermehrt Leute aus der Umgebung zu uns ins Thurbad – mehr als die Saison zuvor.»

Besucherzahlen gehen zurück

Das Freibad rechnet aufgrund der deutlich geringeren Besucheranzahl mit grösseren Verlusten. Unter anderem auch deshalb, weil die Gäste auf ihr Abo eine Vergünstigung von rund 30 Prozent wegen des verspäteten Saisonstarts erhielten. «Dieses Angebot entstand zu Gunsten der Besucher», sagt Tobias Blattmann.

Wer dieses Wochenende das schöne Wetter noch einmal im kühlen Nasse geniessen will, der hat Glück, denn das Freibad hat noch bis am 19. September geöffnet.

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