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Adieu, «Mister Motocross»!

Am 19. Juli ist Bruno «Sigi» Siegenthaler verstorben. Er war ein grosser Förderer des Motorsports im Oberthurgau.
Manuel Nagel

Die beiden Fahnenträger der Amriswiler Turner und des Auto- und Motorsportclubs Oberthurgau (AMCO) schwenkten die Vereinsstandarte ein letztes Mal zu seinen Ehren und Pfarrer Markus Keller sprach von einem «überaus aktiven Herz», das vor einer Woche aufgehört habe zu schlagen.

Bruno Siegenthaler kannten viele – nicht nur in Amriswil, wo er zu Hause war, sondern in der ganzen Region. Mehr als 200 Personen wollten sich deshalb am Freitagnachmittag von ihm auf dem Friedhof von Amriswil verabschieden, nachdem er am 19. Juli nach längerer Krankheit im Alter von 72 Jahren im Spital Frauenfeld verstorben war.

Grosses Engagement und Fachwissen

Bruno Siegenthaler, der von den meisten nur «Sigi» genannt wurde, war der «Mister Motocross» schlechthin. Selbst als er 1998 das OK-Präsidium des Internationalen Amriswiler Motocross-Rennens nach 26 Jahren abgab, ging nichts ohne ihn. Die Rennen in der Schocherswiler Bürglen hoch über der Stadt ohne Sigi? Einfach undenkbar! Und doch am Wochenende des 21. und 22. September dieses Jahres schmerzliche Tatsache. Seit 1965 war Bruno Siegenthaler in diversen Funktionen für das Amriswiler Motocross tätig.

Stadtschreiber Roland Huser erinnert sich gerne an die Begegnungen mit Siegenthaler zurück:

«Wenn es um die Bewilligung für den Traditionsanlass ging, war er mein wichtigster Ansprechpartner und meine zuverlässige Informationsquelle. Sein Fachwissen und sein grosses Engagement für das Motocross sind bewundernswert.»

Er werde Sigis Besuche am Schalter der Stadtkanzlei und dessen Leidenschaft «für sein Motocross» vermissen, sagt Roland Huser.

Geselligkeit war Bruno Siegenthaler wichtig

Leidenschaftlich und immer mit Vollgas – so beschreiben viele Weggefährten den Sigi. Pfarrer Markus Keller zog einen Vergleich mit einem Motocrosstöff, der keinen Rückwärtsgang habe und nur mit grosser Anstrengung zurückgeschoben werden könne. Das sei auch das Motto des Verstorbenen gewesen: Lieber mit voller Kraft vorwärts, als sinnlos mit viel Mühe zurück.

Dessen Engagement habe jedoch auch seinen Preis gehabt, wohl auch gesundheitlich, meinte Keller bei seiner Rede. Aber Bruno Siegenthaler habe auch in den letzten Jahren seine Zuversicht nicht verloren, auch wenn die Ursache für seine Krankheit nicht gefunden werden konnte.

«Geselligkeit war ihm wichtig, nicht nur im Vereins- und Verbandsleben», sagte Marco Siegenthaler, als er den Lebenslauf seines Vaters vorlas. Dazu passt auch ein Ereignis aus dessen Jugend, die bei der Männerriege noch heute erzählt wird. Im Juni 1971 beim kantonalen Turnfest im waadtländischen Morges entwendeten Sigi und ein paar Turnerkollegen ein Velosolex und stürzten in der Folge bei der Fahrt. Der Veranstalter wollte die scheinbar Verletzten, die überall rot waren, sofort ins Spital bringen. Doch die winkten ab. Es handelte sich nur um rote Asche von der Rundbahn.

Ein Kämpfer für die Interessen des Sports

«Seine fröhliche, offene und ehrliche Art wird mir bestens in Erinnerung bleiben», sagt Vizepräsident Stefan Koster, der den gebürtigen Schocherswiler bei der Sanierung und Erweiterung der Sportanlagen auch als einen vehementen «Kämpfer für die Interessen des Sports» kennengelernt habe. Doch Bruno Siegenthaler habe dabei niemals das gesunde Mass aus den Augen verloren, sagt Koster.

Nach der Pensionierung 2012 habe sich sein Vater vermehrt dem Reisen gewidmet, erzählte Sohn Marco der Trauergemeinde. Die Transsibirische Eisenbahn führte Siegenthaler von Moskau nach Peking, und nebst Besuchen in Alaska und Asien machte er auch noch eine Rundreise durch Neuseeland. Nun ist er zu seiner letzten Reise aufgebrochen. Adieu, Sigi!

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