Achter Heimsieg in Folge: Der HC Thurgau klettert nach dem 2:0 gegen die Ticino Rockets auf Platz drei

Beim Erfolg gegen den Tabellenletzten der Swiss League steuert der neue Topskorer Melvin Merola beide Treffer bei.

Matthias Hafen
Hören
Drucken
Teilen
Das Flammentrikot beflügelt: Melvin Merola zeigte sich einmal mehr treffsicher.

Das Flammentrikot beflügelt: Melvin Merola zeigte sich einmal mehr treffsicher.

Mario Gaccioli

Am Freitagabend war Melvin Merola nicht nur Stürmer, Thurgauer, Walliser oder Topskorer. Er war der Erlöser. Und das für nicht weniger als 1115 Zuschauer in der Weinfelder Güttingersreuti. 48 Minuten lang hatte der HC Thurgau gegen den Tabellenletzten Ticino Rockets geknorzt, wie damals, beim 1:0-Heimerfolg vor genau einem Monat. Dann erzielte ­Merola das siegbringende 1:0. Und zwar so, wie man es nur mit dem Selbstvertrauen eines Top­skorers kann. Merola kam am Bullypunkt eher zufällig an den Puck. Er überlegte keine Sekunde und hielt aus der Drehung direkt aufs Tor. Es war der Schuss, den Rockets-Goalie Viktor Östlund überraschte. Zuvor hatte der HCT alles versucht, dem Sohn der früheren Fribourg-Legende Thomas Östlund gar den Goaliehelm vom Kopf geschossen (Fechtig). Doch erst Merolas Schuss stürzte die schwedische Wand im gegnerischen Tor.

Das Flammenshirt beflügelt offensichtlich

Der HC Thurgau hatte auch an diesem Abend die binäre Form des Eishockeys zelebriert. Und es hätte nicht verwundert, wenn am Ende der vierte 1:0-Sieg in dieser Saison und das fünfte 1:0 (mit der Niederlage in der Ajoie) zu Buche gestanden hätte. Doch da war ja noch Melvin Merola, der zum ersten Mal in dieser Saison das Topskorer-Trikot des HCT trug, was ihn offensichtlich zusätzlich beflügelte. Der quirlige Walliser wurde 100 Sekunden vor Schluss von Teamkollege Connor Jones mustergültig angespielt, zog auf Östlund los und versenkte den Puck in der hohen Ecke zum 2:0-Schluss­resultat. Mit seinen Treffern elf und zwölf in dieser Saison behält Merola das Flammenshirt vorläufig.

Patrick Brändli kämpft gegen Anthony Neuenschwander um den Puck. Der 2:0-Sieg gegen die Ticino Rockets war der Verdienst der ganzen Mannschaft, die sich einmal mehr kompakt und aufopferungsvoll präsentierte.

Patrick Brändli kämpft gegen Anthony Neuenschwander um den Puck. Der 2:0-Sieg gegen die Ticino Rockets war der Verdienst der ganzen Mannschaft, die sich einmal mehr kompakt und aufopferungsvoll präsentierte.

Mario Gaccioli

Wie schon so oft in dieser Saison gehörte der Sieg aber der ganzen Mannschaft. Das Kollektiv von Trainer Stephan Mair trat auch gegen die Ticino Rockets kompakt auf und liess dem Gegner, der am Mittwoch den EHC Visp 6:2 bezwungen hatte, in der eigenen Zone weder Raum noch Zeit. Zwar mussten die Zuschauer lange auf die Tore des HCT warten, doch Zweifel über den Sieger an diesem Abend liess das Heimteam von Anfang an keine aufkommen. Goalie ­Nicola Aeberhard verbrachte abgesehen von zwei, drei Sturm-und-Drang-Phasen der Tessiner einen ruhigen Abend.

Im eigenen Stadion ist Thurgau eine Macht

Das 2:0 gegen die Ticino Rockets war der achte Heimsieg des HC Thurgau in Folge. Zuletzt hatte er in der heimischen Güttingersreuti am 6. Oktober 0:7 gegen Visp verloren. Die zweite von bislang lediglich zwei Heimniederlagen hatte zum Saisonauftakt gegen Kloten resultiert. Beim Tabellenzweiten aus der Flughafenstadt gastieren die neu drittplatzierten Thurgauer am Sonntag um 15.45 Uhr. Es ist eine gute Gelegenheit, Revanche zu nehmen.

Thurgau – Ticino Rockets 2:0 (0:0, 0:0, 2:0)

Güttingersreuti, Weinfelden – 1115 Zuschauer – SR Potocan/Gäumann, Nater/Gurtner.
Tore: 49. Merola (Fechtig, Kellen Jones) 1:0. 59. Merola (Connor Jones) 2:0.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 3-mal 2 Minuten gegen die Ticino Rockets.
Thurgau: Aeberhard; Parati, Seiler; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler; Merola, C. Jones, K. Jones; Altorfer, Brändli, J. Loosli; Niedermaier, Hollenstein, Frei; Moser, Kellenberger, Zanzi.
Ticino Rockets: Östlund; Ronchetti, Moor; Pagnamenta, Heinen; Pezzullo, Del Ponte; Gass, Bartko; Bionda, Gerlach, Vedova; Kasslatter, Fritsche, Martikainen; Portmann, Lutz, Matewa; Cavalleri, Neuenschwander; Camichel.
Bemerkungen: Thurgau ohne Hobi, Michael Loosli, Rundqvist (alle verletzt), Rehak, Schmuckli, Dufner (alle Rapperswil-Jona/NLA), Steinauer, Moosmann, Huber und Schnetzer (alle Farmteam). – 58:20 Time-out Ticino Rockets, danach mit sechstem Feldspieler anstelle des Goalies.