Kantonales Schwingfest
Unglückliche Konstellation: Weshalb die Thurgauer Schwinger in Amriswil 13 statt acht Kränze verdient hätten

Am 115. Kantonalen Schwingfest in Amriswil zeigt das Team Thurgau, wie breit es derzeit aufgestellt ist. Hinter Festsieger Samuel Giger und dem zweiten Schlussgangteilnehmer Domenic Schneider präsentierte sich auf dem Tellenfeld eine starke Mannschaft.

Matthias Hafen
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Samuel Giger feiert den Festsieg am Thurgauer Kantonalschwingfest auf den Schultern von Mario Schneider (links) und dem unterlegenen Domenic Schneider.

Samuel Giger feiert den Festsieg am Thurgauer Kantonalschwingfest auf den Schultern von Mario Schneider (links) und dem unterlegenen Domenic Schneider.

Christian Merz/Keystone

Der Schlussgang zwischen Domenic Schneider (Friltschen) und Samuel Giger (Ottoberg) war nur die Spitze des Eisbergs. Die beiden Topschwinger aus dem Thurgau duellierten sich zum Abschluss des 115. Kantonalen Schwingfests auf dem Amriswiler Tellenfeld. Giger siegte nach vier Minuten mit Wyberhaken und Nachdrücken und sicherte sich so seinen zweiten kantonalen Festsieg – zusammen mit dem punktgleichen Werner Schlegel (Hemberg/1b).

Wie breit der Eisberg, sprich das Schwingerteam Thurgau, derzeit ist, zeigte sich dahinter. Von den insgesamt 17 Kränzen gingen acht in den Thurgau – fünf an den Unterverband Ottenberg, drei in den Hinterthurgau. Während die Ottenberger dank Giger, Lars Hugelshofer (Schönholzerswilen/4), Schneider (5a), Marco Oettli (Bussnang/5b) und Mario Schneider (Schönenberg an der Thur/6a) mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung aufwarteten, schwangen sich in Amriswil auch die Hinterthurgauer Urs Schäppi (Wiezikon/6b), Neukranzer Silvan Koller (Busswil/6d) und dessen Bruder Fabian Koller (Busswil/6g) ins Rampenlicht.

Der Hinterthurgauer Urs Schäppi (vorne) wehrt sich im fünften Gang gegen Samir Leuppi.

Der Hinterthurgauer Urs Schäppi (vorne) wehrt sich im fünften Gang gegen Samir Leuppi.

Christian Merz/Keystone

Mit 56,75 Punkten gab es schon keinen Kranz mehr

Die gewonnenen acht Kränze bei starken Gästen aus den Kantonen Zürich und St. Gallen ist aber nur die eine Geschichte vom 115. Thurgauer Kantonalen. Die andere Geschichte ist die der verlorenen fünf Kränze. Dies, weil die Kranzquote an diesem Fest ungewöhnlich hoch lag und nur bis in den sechsten Rang Kränze verteilt werden konnte. Im geteilten siebten Rang befanden sich unter anderen die Thurgauer Beni Notz (Güttingen), Tobias Krähenbühl (Wetzikon), die Brüder This und Pirmin Kolb (Affeltrangen) sowie Stefan Burkhalter (Homburg), der sich mit dieser Leistung überlegen sollte, seine Karriere nicht doch noch bis zum Eidgenössischen 2022 in Pratteln weiterzuführen. Im Normalfall hätten sie mit ihrer starken Leistung alle auch einen Kranz geholt. Damit sie auch in Amriswil mit dem Eichenlaub ausgezeichnet hätten werden können, hätte es nur einen oder zwei Teilnehmer mehr gebraucht. So oder so zeigte sich aber am Kantonalfest, dass die Thurgauer Schwinger eine schlagkräftige Truppe stellen, innerhalb des ganzen NOS-Gebiets die aktuell stärkste.

Rangliste unter www.esv.ch.

Stefan Burkhalter fährt trotz starker Leistung ohne Kranz nach Hause.

Stefan Burkhalter fährt trotz starker Leistung ohne Kranz nach Hause.

Christian Merz/Keystone

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