Abwahl des Thurgauer Kantonsrats David H. Bon: «Ich hatte damit gerechnet»

Zuerst musste der FDP-Kantonalpräsident sein Amt als Romanshorner Stadtpräsident niederlegen. Jetzt verliert er auch auch dasjenige im Grossen Rat.

Tanja von Arx
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Für David H. Bon ist das Ergebnis nicht überraschend.

Für David H. Bon ist das Ergebnis nicht überraschend.

Donato Caspari

Sie hatten im Vorfeld angetönt, dass Ihre Wiederwahl nicht sicher sei. Hatten Sie demnach mit dem Resultat gerechnet?

David H. Bon: Ja, hatte ich. Es war klar, dass es ohne Listenverbindung maximal vier Sitze geben kann. Hauptziel war, diese zu halten, das hat hervorragend geklappt. Dass es ein Bisheriger nicht schafft, war absehbar. Auch in Zürich und St. Gallen wurden Parteipräsidenten nicht wieder ins Parlament gewählt, das kann geschehen. Ich habe ein solides Resultat gemacht und bin immerhin erster Ersatz.

Welches sind Ihrer Einschätzung nach die Gründe?

Ich habe viel für die Region gemacht, aber meist im Hintergrund. Ich suche nicht die Öffentlichkeit für meine Anliegen, sondern wirke in Kommissionen und anderen Gremien. Zum Beispiel bin ich sehr stark involviert in die Weilerfrage, aber das wurde in Egnach scheinbar nicht wahrgenommen. In Romanshorn habe ich viel Wohlwollen gespürt und ich bekomme sehr viele Reaktionen auf die Nichtwiederwahl. Es ist alles in Ordnung. Ich bin nicht mehr politisch aktiv im Ort und so setzt man auf andere, politisch aktivere Kräfte.

Schlussendlich haben gar nicht viele Stimmen gefehlt, Sie liegen 126 hinter Parteikollegin Brigitte Kaufmann zurück. Nervt Sie das?

Nein, wir waren immer nah beieinander, das liegt wohl daran, dass wir am selben Tag Geburtstag haben. Ich freue mich für Brigitte. Sie ist eine hervorragende und sehr profilierte freisinnige Politikerin!

Vom Platz verdrängt hat Sie der Amriswiler Stadtpräsident Gabriel Macedo. Ist er ein würdiger Ersatz?

Ich bin als Parteipräsident stolz, dass mit Gabriel ein junger Stadtpräsident in den Grossen Rat gewählt wurde. Er wird seine Sache super machen. Gabriel ist schon lange in der Partei aktiv. Er wird sowohl die Region wie auch die liberalen Werte in Grossen Rat ausgezeichnet vertreten. Selbstverständlich mache ich ihm als Freisinniger keine Vorgaben, sondern vertraue auf sein Talent und sein Engagement.

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