Abstimmung
Freigang für den Dorfbach: Raperswilen entscheidet an der Urne über einen Beitrag von 525'000 Franken für die Bachöffnung

Die Raperswiler Stimmberechtigten entscheiden an der Urne über die Rechnung 2020 sowie über einen Kreditantrag in Höhe von 833'0000 Franken. Mit dem Geld soll einerseits die marode Abwasserleitung saniert und andererseits der Dorfbach revitalisiert werden.

Kurt Peter
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Gemeindepräsidentin Gaby J. Müller in ihrem Büro in Raperswilen.

Gemeindepräsidentin Gaby J. Müller in ihrem Büro in Raperswilen.

Bild: Mario Testa

Während die Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember noch in Anwesenheit der Stimmberechtigten durchgeführt werden konnte, «ist dies im Sommer leider nicht möglich und das Risiko der Versammlung auf dem Schulhausplatz im Regen wollen wir nicht eingehen», schreibt Gemeindepräsidentin Gaby J. Müller in der Botschaft. So muss über die beiden traktandierten Geschäfte am 13. Juni an der Urne abgestimmt werden.

Die Rechnung 2020 schliesst mit einem kleinen Gewinn von rund 54'000 Franken. Das ist deutlich besser als geplant, sah das Budget doch einen Aufwandüberschuss von 160'000 Franken vor. Zurückzuführen ist das positive Resultat vor allem auf die Steuereinnahmen. Mit 87'700 Franken fielen vor allem die Einkommensteuer natürlicher Personen aus früheren Jahren um mehr als 60'000 Franken höher als budgetiert aus. Auch bei den Grundstückgewinnsteuern lag der Ertrag über dem Budget. Müller schreibt in der Botschaft:

«Unsere Finanzen sind intakt und im kantonalen Vergleich ist unsere Eigenkapitalbasis nach wie vor sehr solide.»

Die anstehenden Arbeiten in den Bereichen Altlastensanierung, Ortsplanung, Bachöffnung, Sanierungen bei den Werken würden die Finanzen in den kommenden Jahren massgeblich fordern, weshalb der Gemeinderat vorschlage, den Gewinn vorderhand dem Eigenkapital zuzuweisen.

Kanton hat die Vorstudie gutgeheissen

Für die Sanierung der Abwasserleitung und die Revitalisierung des Dorfbachs ersucht der Gemeinderat um einen Kredit von 833'000 Franken. Das Unwetter vom Juni 2019 und die Rückmeldung der davon stark betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner im Dorfkern habe den Gemeinderat damals dazu veranlasst, das Thema Bachöffnung mit den Grundeigentümern in Form von Workshops umgehend zu bearbeiten, heisst es im Kreditantrag.

Der seit 2008 geltende Gestaltungsplan Oberdorf Nr. 6 bestimme zudem, dass der eingedolte Bach im Bereich der Freihaltezone geöffnet werden müsse. In der Botschaft heisst es dazu:

«Die Planung der Bachöffnung im heutigen Zeitpunkt erfolgt somit vorzeitig, um künftige Schäden bei Unwettern weitgehend zu vermeiden.»

Die erarbeitete Vorstudie zur Bachöffnung sehe aktuell einen grossen ökologischen Nutzen für Natur und Landschaft vor und es sei zu erwarten, dass der Kanton einen grossen Teil der Kosten übernehmen werde. Dieser habe die Vorstudie gutgeheissen, sodass bei einem Ja zum Kreditantrag die Detailplanung in Angriff genommen werden könne. Weiter heisst es:

«Die Abklärungen des Wasserverlaufs haben ergeben, dass die Rohre im eingedolten Teil unter der Kantons- und Erschliessungsstrasse grosse Schäden aufweisen.»

Eine zeitnahe Sanierung sei unumgänglich. Die Kosten für die Massnahmen belaufen sich auf 833'000 Franken, davon entfallen auf die Revitalisierung des Dorfbachs 525'000 Franken und auf die Sanierung Bach-Abwasserleitung 308'000 Franken. Der Gemeinderat rechnet mit einem Kantonsbeitrag an der Revitalisierung von 420'000 Franken.