Abstimmung
Ein Hochhaus und eine 13,5 Millionen teure Turnhalle: Die Steinacher haben Grosses vor

Am 28. November stellt die Bevölkerung entscheidende Weichen für die Entwicklung des Dorfes. Der Gemeinderat sieht in beiden Projekten Chancen und warnt vor den Folgen eines Neins.

Markus Schoch
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Schulpräsidentin Cornelia Letti, Gemeindepräsident Michael Aebisegger, Gemeinderat Andreas Popp und Vereinsvertreter Toni Langone diskutieren über die beiden Vorlagen vom 28. November.

Schulpräsidentin Cornelia Letti, Gemeindepräsident Michael Aebisegger, Gemeinderat Andreas Popp und Vereinsvertreter Toni Langone diskutieren über die beiden Vorlagen vom 28. November.

Bild: Reto Martin

Es geht in sieben Wochen an der Urne um den revidierten Rahmennutzungsplan. Zu reden gibt im Dorf vor allem eines: die neue sogenannte Schwerpunktzone im Saurer-Werk Zwei. Sie soll der HRS den Bau eines über 60 Meter hohen Hauses mit dem Namen Terra Nova ermöglichen. Die Pläne sind umstritten. Eine Gruppe um Ortsgemeindepräsident Otto Hädinger hat über 850 Unterschriften gesammelt, damit Zonenplan und Baureglement am 28. November zur Abstimmung kommen.

Am Montag verteidigten Gemeindepräsident Michael Aebisegger und Vize-Gemeindepräsident Andreas Popp die Pläne. Die Schwerpunktzone sei in verschiedener Hinsicht eine Chance für Steinach. Die Gemeinde mit ihren derzeit rund 3'600 Einwohnern werde gemäss Prognosen bis im Jahr 2040 um rund 600 Personen wachsen. Im Hochhaus mit seinen rund 100 Wohnungen wäre gemäss Aebisegger allein Platz für 200 bis 250 Mieter, was Druck auf die innere Verdichtung im Unterdorf und in Obersteinach nehme.

Das Gelände ist bereits erschlossen

Visualisierung des geplanten Hochhauses.

Visualisierung des geplanten Hochhauses.

Bild: PD

Ein weiterer Vorteil gemäss Aebisegger: Das Gelände beim ehemaligen Heizwerk der Firma Saurer direkt beim Kreisel sei erschlossen, sodass der Gemeinde keine Kosten erwachsen würden, wenn die HRS bauen sollte. Und auch nicht zu verachten: Stimmen die Steinacher der Umzonung zu, erhalte die Gemeinde von der HRS ein Stück Land im Schöntal mit einer Fläche von über 9'600 Quadratmetern und einem Wert von fünf Millionen Franken zum symbolischen Preis von einem Franken zur freien Nutzung, dazu bekomme sie in der obersten Etage des Hochhauses einen Mehrzweckraum.

Im Moment ist die Gemeinde daran, diese und weitere Pluspunkte des Hochhauses für Steinach zusammenzutragen und mit einem Preisschild zu versehen. Auch mit Blick auf die Informationsveranstaltung zum Rahmennutzungsplan am 26. Oktober. Die Bevölkerung müsse wissen, was auf dem Spiel stehe, hiess es am Montag.

Bei einem Nein zum Rahmennutzungsplan gehe es zurück auf Feld eins, sagte Vize-Gemeindepräsident Andreas Popp. Die Behörde werde die Situation analysieren und die richtigen Schlüsse aus der Ablehnung ziehen müssen. Danach beginne das Bewilligungsverfahren von vorne. Dieses dauere schnell einmal zweieinhalb bis drei Jahre, sagte Aebisegger. All diejenigen, die jetzt schon auf den neuen Zonenplan und das neue Baureglement warten würden, bräuchten dann noch mehr Geduld.

Ziel: Steinach massvoll entwickeln

Es gehe mit dem neuen Rahmennutzungsplan grundsätzlich darum, Steinach massvoll und zukunftsgerichtet zu entwickeln, sagte Aebisegger. So sollen die Gebäude künftig 10 bis 15 Prozent höher gebaut werden können als heute, und die Grenzabstände sind teilweise kleiner als Folge der Revision des kantonalen Planungs- und Baugesetzes, wobei das letzte Wort in dieser Frage noch nicht gesprochen ist. Der Gemeinderat will der inneren Verdichtung aber Grenzen setzen. Er hat deshalb die frühere und jetzt vom Kanton ausgemusterte Ausnützungsziffer durch die sogenannte Baumassenziffer ersetzt. Diese definiert das maximale Bauvolumen auf einer bestimmten Fläche. Das Referendumskomitee hält diese Einschränkung für unnötig.

Neue Sporthalle

Ein alter Wunsch von Schule und Vereinen

Am 28. November stimmen die Steinacher auch über einen Kredit in der Höhe von 13,5 Millionen Franken für den Bau einer neuen Sporthalle ab. Die heutige Sporthalle ging 1978 in Betrieb. Mittlerweile nagt der Zahn der Zeit an ihr. Die Gebäudetechnik und auch die Gebäudehülle sind in die Jahre gekommen. Die Investition von rund vier Millionen Franken in die Sanierung macht aus Sicht der Gemeinde keinen Sinn. Das Problem: Die Halle genügt den Bedürfnissen der Schule und der Vereine schon lange nicht mehr. Fussballer und Volleyballer müssten fürs Training wegen Überbelegung teilweise auf andere Gemeinden ausweichen, sagte Vereinsvertreter Toni Langone an der Medienorientierung der Gemeinde am Montag. Ein Turnier durchzuführen, sei aufgrund der engen Platzverhältnisse gar nicht möglich. Geplant ist jetzt eine Doppelturnhalle, die sich durch Wände dreiteilen lässt. «Der Bedarf ist ausgewiesen», sagte Schulpräsidentin Cornelia Letti. (mso)

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