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Persönliche Abrechnung bei der Einbürgerung: Mann lässt Flugblatt in alle Ermatinger Haushalte verteilen

Ein Geschäftsmann aus dem Kanton Schwyz lies am Freitag in alle Briefkästen der Unterseegemeinde ein Schreiben flattern. Sein Ziel: Verhindern, dass am Montag ein deutscher Einwohner von der Gemeindeversammlung eingebürgert wird.
Urs Brüschweiler
Die Gemeindeversammlung entscheidet über die Einbürgerung. (Bild: Reto Martin)

Die Gemeindeversammlung entscheidet über die Einbürgerung. (Bild: Reto Martin)

Zwei Männer haben Streit, und zwar schon lange. Auch gerichtlich hatten sie schon oft miteinander zu tun. Einer von beiden, jener der in Ermatingen wohnt, möchte sich mit seiner Familie einbürgern lassen. Am kommenden Montag, an der Rechnungsgemeindeversammlung, soll es so weit sein. Doch Frank Erhard aus Schindellegi, mit dem der Mann einst befreundet war, will nicht, dass es so weit kommt, und sorgt nun für gehörig Aufruhr in der Unterseegemeinde. Er schickte am Freitag einen Brief per Promopost in alle Ermatinger Haushaltungen und richtet sich darin an die Stimmbürger.

«Ich habe mich zu diesem Schritt entschlossen, weil ich aus meinem Herzen keine Mördergrube machen möchte.»
Auszug aus dem Schreiben von Frank Erhard

Erhard stellt sich zuerst vor und erklärt dann, warum er den Ermatinger Einwohner für ungeeignet hält, Schweizer Bürger zu werden. «Aus meiner Sicht, die rechtschaffene Ermatinger Unternehmer teilen, erfüllt er nicht das vom Gesetz vorgesehene Integrationskriterium der Respektierung unserer Rechtsordnung», heisst es in dem Schreiben. Im Weiteren berichtet er über verschiedene Gerichtsverfahren. Gegenüber unserer Zeitung wollte sich Frank Erhard vorerst nicht weiter äussern. Aus seinem Umfeld hiess es, dass er bereits einige Rückmeldungen aus dem Dorf erhalten habe und auch viele für die Informationen gedankt hätten. Der Betroffene selber konnte am Freitagnachmittag nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

Die Einsprache macht die Abstimmung erst möglich

Das Einbürgerungsverfahren in der Gemeinde Ermatingen sieht im Normalfall gar keine Abstimmung vor. Einbürgerungsgesuche werden öffentlich aufgelegt – das betreffende war vom 1. bis zum 14. April im Anschlagkasten der Gemeinde publiziert worden – und falls keine Einsprache eingeht, wird an der Versammlung gar nicht mehr abgestimmt. Wie Frank Erhard jedoch weiss, sei in diesem Fall eine Einsprache eines Ermatinger Stimmbürgers eingegangen. Auf Anfrage unserer Zeitung wollte sich der mutmassliche Einsprecher nicht weiter äussern.

Bei der Gemeindeverwaltung war am Freitag wegen eines Ausflugs niemand zu erreichen. Im Abstimmungsbüchlein schreibt der Gemeinderat, dass die Gesuchsteller alle gesetzlichen Bedingungen erfüllen. «Es liegen keinerlei Erkenntnisse vor, die gegen eine Einbürgerung sprechen würden.» Der Gemeinderat beantrage deswegen, der Familie das Bürgerrecht der Gemeinde Ermatingen zu erteilen.

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