Interview

Abgesagte Messen in Weinfelden: «So eine Situation hatten wir noch nie»

Messeleiter Gregor Wegmüller spricht über die Entscheidungen des Kantons und die Konsequenzen der Absage.

Sabrina Bächi
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An der Inhaus sind die Aufräumarbeiten am frühen Nachmittag fast abgeschlossen.

An der Inhaus sind die Aufräumarbeiten am frühen Nachmittag fast abgeschlossen.

(Bild: Andrea Stalder)

Seit wann wissen Sie, dass die Messen nicht durchgeführt werden dürfen?

Gregor Wegmüller, Messeleiter

Gregor Wegmüller, Messeleiter

(Bild: Sabrina Bächi)

Gregor Wegmüller: Wir haben heute Morgen bei dem Verbot des Bundesrates schon vermutet, dass es schwierig wird, die Messen durchzuführen. Wir hofften, dass es wir doch noch eine Lösung finden, um die Messe durchzuführen. Der Fachstab des Kantons hat dann um 13 Uhr definitiv entschieden, die Messe abzusagen.

Was für Lösungen hätten Sie sich denn erhofft?

Vielleicht hätte man den Einlass reglementieren können, ausserdem hat es meistens nicht 1000 Personen auf ein Mal auf unserem Messegelände.

Welche Gründe führt der Kanton an, die Messe abzusagen?

Ein wesentlicher Grund ist, dass gerade Besucher der Messe «die50plus» in die Hochrisikogruppe von Menschen gehören, für die das Virus besonders gefährlich ist. Eine Messe lebt zudem vom persönlichen Kontakt, man ist eng mit anderen Menschen zusammen. Der Kanton schätzte das Ansteckungsrisiko deshalb als hoch ein. Diese Entscheidung gilt es, zu akzeptieren.

Wie geht es Ihnen mit der Entscheidung?

Das ist jetzt eine ganz schwierige Situation. Die Entscheidung des Bundesrates heute Morgen kam sehr überraschend, alle Aussteller haben ja schon aufgebaut und müssen nun alles wieder abbrechen und zusammenräumen.

Was bedeutet diese Absage finanziell für die Messe?

Das wissen wir derzeit noch nicht. Wir haben keine Ahnung, was noch alles auf uns zukommt. So eine Situation hatten wir noch nie.

Was bedeutet diese Absage für die Aussteller?

Aus finanzieller Sicht wissen wir das ebenfalls noch nicht. Es ist möglich, dass es ein Versicherungsfall ist, es kann aber auch sein, dass wir das Geld für die Stände nicht zurückerstatten können. Das müssen wir wirklich zuerst abklären.

Kommendes Wochenende ist die Schlaraffia, findet sie statt?

Die Schlaraffia findet definitiv nicht statt. Der Krisenstab des Kantons Thurgau hat am Freitagabend offiziell bestätigt, dass die Schlaraffia unter das vom Bundesrat verordnete Veranstaltungsverbot fällt. Das ist sehr schade, es wäre nämlich die 20. Ausführung der Gourmetmesse gewesen. Auch hier laufen weitere Abklärungen.

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