Ab an die Büsche: Altnau verteilt Gratis-Sträucher an seine Einwohner

Die Seegemeinde will die einheimische Pflanzen- und Tierwelt nachhaltig fördern und gleichzeitig das Ortsbild aufwerten.

Hana Mauder Wick
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Bau- und Werkverwalter Hansruedi Iseli bei einer frisch gepflanzten Staude im Dorf.

Bau- und Werkverwalter Hansruedi Iseli bei einer frisch gepflanzten Staude im Dorf. 

(Bild. Hana Mauder WicK)

Die Natur erwacht derzeit langsam aus dem Winterschlaf. Die frisch gesetzten Stauden entlang des Dorfbaches recken ihre noch kahlen Zweige gen Himmel. Der Altnauer Bau- und Werkverwalter Hansruedi Iseli versichert: 

«Das Bild wird im Frühling ganz anders aussehen.»

Er ist in der Seegemeinde Ansprechpartner beim Projekt «Altnau naturnah». Eingebettet ist es in das vom Kanton lancierte Projekt «Vorteil naturnah». Mit der Teilnahme verpflichtet sich die Gemeinde, auf entsprechenden Grundstücken die Artenvielfalt zu fördern. Der Kanton steuert dafür finanzielle Unterstützung bei.

Ein Schwerpunkt des Altnauer Gemeinderates liegt in der Legislaturperiode bis 2023 auf dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und der Förderung einheimischer Pflanzen. Seit Anfang November stapeln sich auf dem Tisch der Bauverwaltung dazu die entsprechenden Ideen.

Das Projekt vernetzt Ziele auf mehreren Ebenen: Das Ortsbild soll mit Hilfe einheimischer Gewächse optisch aufblühen. Gleichzeitig profitieren Flora und Fauna von einem Plus an Artenvielfalt. Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit und lenkt punktuell die Aufmerksamkeit auf verschiedene vernetzte Aktionen.

Erst kürzlich setzte die Bevölkerung beim Hochwasserschutzprojekt Mülibach an die 300 Sträucher. Der Natur- und Vogelschutzverein Altnau-Langrickenbach und die Gemeinde standen dabei gemeinsam Pate.

Kostenlose Wildstauden für die Bürger

Jetzt steht der nächste Schritt kurz bevor: die erste Informations- und Ausstellungsveranstaltung für Wildsträucher im Werkhof. Denn nicht nur öffentliche Flächen sollen künftig mit einheimischen Gewächsen bepflanzt werden. Iseli meint: 

«Mit der Aufwertung oder Neupflanzung von Hecken auf dem Gemeindegebiet können Private einen wichtigen Beitrag leisten.»

Anreize schaffen will die Gemeinde mit der kostenlosen Abgabe von geeigneten Exemplaren mit einer Wuchshöhe von 60 bis 120 Zentimetern. Die Kosten trägt die Gemeinde: «Wir haben für die Aktion rund 5000 Franken budgetiert.»

Welche Staude am besten in den eigenen Garten passt, erfahren Bürgerinnen und Bürger am Informationstag aus erster Hand. Das erklärte Ziel der Aktion ist mehr Vielfalt statt grauer Steingärten. Sprich: üppiges Grün, blühende Wiesen und lebendige Hecken. «Die einheimischen Gewächse sind langlebig und robust», betont Hansruedi Iseli. «Darüber hinaus sind sie für die Tierwelt besonders wertvoll.»

Ob Kornelkirsche, Hasel, Sanddorn, Hundsrose, Schwarzer Holunder oder Gemeiner Schneeball – für jede Bodenbeschaffenheit und jeden Standort ist eine optimale Bepflanzung möglich.

Eine unabhängige und kostenlose Beratungsstelle

«Sachliche Informationen sind für die Entscheidungsfindung relevant», stellt der Projektverantwortliche Iseli klar. Deshalb hat die Gemeinde eine kostenlose und unverbindliche Beratungsstelle eingerichtet. Dafür hat sie einen externen Berater mit an Bord geholt.

Diese Aufgabe übernimmt mit Tim Schoch ein unabhängiger Fachmann. Sein Ökobüro stellt die Förderung der Biodiversität im Siedlungs- und Kulturland in den Mittelpunkt. «Am kommenden Samstag wird er ebenfalls anwesend sein und wertvolle Tipps geben», sagt Hansruedi Iseli. «Wir sind gespannt, wie die Aktion bei der Bevölkerung ankommt.»

Für jeden das Passende

Die Informations- und Ausstellungsveranstaltung «Wildsträucher-Aktion» findet am Samstag, 14. März, zwischen 10 und 15 Uhr im Werkhof Altnau statt. Es werden Mitglieder des Gemeinderats und Experte Tim Schoch anwesend sein. Die Bestellung der Stauden nimmt die Gemeinde bis 21. März entgegen.

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