93 – 58 – 95: Eine Amriswiler Körperschaft wurde noch etwas attraktiver

Die Schulbürger aus Amriswil, Hefenhofen und Sommeri heissen eine Steuersenkung von drei Prozent gut.

Manuel Nagel
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Turnusgemäss führte Schulpräsident Christoph Kohler dieses Jahr in der Turnhalle Sommeri durch die Budgetversammlung.

Turnusgemäss führte Schulpräsident Christoph Kohler dieses Jahr in der Turnhalle Sommeri durch die Budgetversammlung.

Bild: Manuel Nagel

Sie wurde diesen Herbst zehn Jahre alt und ist bereits äusserst attraktiv. Und am Montagabend wurde sie noch etwas attraktiver: die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri. 93 Schulbürgerinnen und Schulbürger kamen am Montagabend in der Turnhalle Sommeri zusammen und beschlossen in der 58 Minuten dauernden Budgetversammlung, der neue Steuersatz solle 95 Prozent betragen.

Das sind nach der Senkung von vor einem Jahr nochmals drei Prozent weniger. Damals, am 3. Dezember 2018, senkten die Anwesenden in der Hefenhofer Mehrzweckhalle Sonnenberg den Steuerfuss von 100 auf 98 Prozent. Doch Schulpräsident Christoph Kohler stellte klar, dass die erneute Senkung «nicht einen Abbau der Leistungen» bedeute. «Das hat einzig und allein mit dem neuen Beitragsgesetz des Kantons zu tun», sagte Kohler. Dadurch bekomme die Volksschulgemeinde rund eine Million Franken mehr vom Kanton als bisher.

Steuersenkung für Behörde «absolut vertretbar»

«Damit hast du gerade meine Einleitung vorweggenommen», sagte Severin Gutjahr-Preisig, Präsident der Finanzkommission der VSG, zu seinem Präsidenten. Die sonst schon straffe Budgetpräsentation von Gutjahr-Preisig fiel somit noch etwas kürzer aus. Weil man mehr Geld bekomme, sei die geplante Steuersenkung für die Behörde absolut vertretbar. «Wir wollen eine qualitativ gute Schule, und die ist uns auch etwas wert», sagte der Finanzchef. Deshalb sei man nicht noch weiter runter gegangen. Doch Gutjahr-Preisig liess durchblicken, dass man sich in Zukunft durchaus nochmals in Richtung des neuen Referenzsatzes von 93 Prozent bewegen könnte.

93 Stimmberechtigte fanden sich in der Turnhalle Sommeri ein, um über das Budget und die damit verbundene Steuersenkung um drei Prozent zu befinden.

93 Stimmberechtigte fanden sich in der Turnhalle Sommeri ein, um über das Budget und die damit verbundene Steuersenkung um drei Prozent zu befinden.

Bild: Manuel Nagel

Auch die vorangegangenen Informationen von Präsident Kohler und seinem Vize Samuel Oberholzer, der über die aktuellen Bauprojekte informierte, gingen recht zügig über die Bühne. Christoph Kohler erzählte insbesondere die «Erfolgsgeschichte der Tagesschule Nostra», wie er sagte. Er dankte dabei den drei politischen Gemeinden der VSG, dass diese sich ebenfalls prozentual zur Bevölkerung an diesem Angebot beteiligen. «Die Zusammenarbeit mit der Stadt Amriswil sowie den Gemeinden Hefenhofen und Sommeri ist uns enorm wichtig», sagte Christoph Kohler den Anwesenden.

Von diesen kam lediglich eine Nachfrage, nämlich zum Projektierungskredit über 100000 Franken für den Ausbau des naturwissenschaftlichen Traktes an der Oberstufe. «Das dünkt mich ein bisschen viel», meinte der Votant. «Wir nehmen das zur Kenntnis», antwortete Samuel Oberholzer als Präsident der Baukommission. Sonst gab es keinen Rede- und Klärungsbedarf, sodass die Abstimmung über das Budget 2020 schon nach weniger als einer Stunde vorbei und dabei auch noch einstimmig war.

Angestrebtes Ziel um sieben Personen verpasst

Ein Grossteil verschwand jedoch nicht gleich nach Hause, sondern blieb noch für den «sparsamen und anständigen Apéro», wie Severin Gutjahr- Preisig es ausdrückte. Die Idee für den kleinen Imbiss mit Getränken, Wienerli und Brot kam von ihm. «Wenn wir einmal mehr als hundert Anwesende haben, gibt es einen Apéro», versprach der Finanzchef nach der Schulgemeindeversammlung im letzten Jahr.

Sein Versprechen hielt er, obwohl mit 93 von 9015 Stimmberechtigten das angestrebte Ziel knapp verpasst wurde. Aber immerhin waren es für einmal wieder mehr als ein Prozent der Stimmbürger, die über die 33 Millionen Franken Umsatz der VSG befanden. 2018 waren es lediglich 77 Anwesende, 2017 gar nur 66. Der Apéro hatte also doch eine gewisse Wirkung.