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82, aber Aufhören ist keine Option: Tägerwilerin engagiert sich weiter für eine Schule in Venezuela

Die Tägerwilerin Nives Engeli und ihr Verein Espato setzen sich für Menschen ohne Perspektiven ein.
Isabelle Merk
Nives Engeli mit Bildern der Menschen, denen sie und ihr Verein Espato zur Seite stehen. (Bild: Donato Caspari)

Nives Engeli mit Bildern der Menschen, denen sie und ihr Verein Espato zur Seite stehen. (Bild: Donato Caspari)

«Als junge Frau unterstützte ich eine Suppenküche in Bolivien. Ich hatte selber nicht viel, aber ich wollte denen helfen, die noch viel weniger haben», blickt die unterdessen 82-jährige Nives Engeli zurück. Durch einen Film über die Zustände in Ecuador beschloss sie dann sich auch dort zu engagieren. Nach Venezuela, wo aktuell der Schwerpunkt der Arbeit von Espato liegt, kam Nives Engeli durch eine liebe Freundin, welche an Muskelschwund erkrankt war. «Das Wetter in Norddeutschland war für meine Freundin nicht mehr zuträglich, so wanderte sie nach Venezuela aus wo ihr noch fünf weitere Lebensjahre geschenkt wurden», erinnert sich Engeli.

Es begann mit Besuchen bei der Freundin

Während ihre Freundin fürchtet, dass es ein Abschied für immer sein würde, so war für Nives Engeli klar, dass sie ihre Freundin gerade in dieser schweren Zeit nicht alleine lässt. So begann sie, mit ihrer Tochter einmal pro Jahr nach Venezuela zu reisen. Durch die Besuche kam der Kontakt mit Einheimischen und erneut wurde sie mit Leid konfrontiert, das sie nicht untätig akzeptieren konnte.

Ein Ambulatorium und eine Schule

Im Staat Anzoategui, welcher so gross ist wie die Schweiz hat der Verein Espato ein Ambulatorium und eine Schule errichtet. Das Projekt wird von den sechs Vereinsmitgliedern persönlich betreut, was bedeutet, dass alle vier bis sechs Monate jemand vor Ort ist und nach dem rechten sieht. «Die Reisen gehen zu Lasten der Vereinsmitglieder und werden nicht durch Spenden finanziert», erklärt Nives Engeli.

Dass 100 Prozent der Spenden bei den Bedürftigen landen ist ihr wichtig.

«Die Menschen spenden, weil sie helfen wollen, nicht weil sie unsere Reisen oder Bürostunden finanzieren möchten»

Die Schule in Venezuela war als Ergänzung der vorhanden Institutionen gedacht. Da allerdings um die sechs Millionen Venezolaner das Land verliessen, weil sie wirtschaftlich keine Zukunft mehr sahen und mit Arbeitslosigkeit und Hunger konfrontiert waren, wurden viele Schulen geschlossen. Es gab keine Lehrer mehr, die Gebäude zerfielen.

Im Projekt Pariguan werden 70 Kinder über eine Schulpatenschaft unterstützt. «Es ist so dringend nötig den Menschen dort zu helfen, damit sie sich später selber helfen können», schildert Nives Engeli die Situation. Eine Patenschaft kostet gerade mal 150 Franken im Jahr. Damit kann ein Kind ein Jahr lang zur Schule gehen und ist ausgestattet mit den nötigen Materialen. Oft erhalten die Kinder dort zudem die einzige Mahlzeit am Tag.

80 Prozent leben in Armut

2008 wurde das Ambulatorium ebenfalls in Venezuela eröffnet. Die Gerätschaften aus der Schweiz mussten unter Polizeischutz vom Hafen bis zum Zielort transportiert werden. «Die Menschen sind dermassen arm, dass 80 Prozent unter der Armutsgrenze leben, somit wird alles zu Geld gemacht was sie kriegen können», erklärt Nives Engeli diese Massnahme. Da die Zustände im örtlichen Spital ebenfalls prekär sind werden Patienten von dort zum Ambulatorium von Espato geschickt.

Für Bluttests fehlen meist die Mittel «Bluttests können im Spital oft nicht durchgeführt werden, da die Reagenzien dazu fehlen.» Für die Behandlung verlangt der Verein einen minimalen Unkostenbeitrag «was nichts kostet, ist für viele nichts wert», erläutert Nives Engeli. Neben der Schule und dem Ambulatorium unterstützt Espato diverse weitere Projekte die oft von Einheimischen geführt werden in Venezuela und Ecuador.

Infoabend am 29. Oktober in Tägerwilen

Der Verein finanziert sich unter anderem über Kleinspenden, Kollekten, Nachlässen usw. Einmal im Jahr findet in Tägerwilen ein Informationsabend statt. Am Dienstag, 29. Oktober um 19 Uhr können sich Interessierte über die Projekte in der Aula des Oberstufenschulhauses informieren. Die Präsidentschaft des Vereins Espato hat Nives Engeli an ihrem 75. Geburtstag an ihre Tochter übergeben. Damit sollte die Zukunft des Vereins gesichert werden. Aufhören zu helfen wird Nives Engeli bis zum letzten Atemzug nicht.

«Ich höre erst auf, wenn ich eingesargt werde.»

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