67 Einsprachen zur Kreuzlinger Ortsplanung: Jetzt wird verhandelt

Zur Auflage der Kreuzlinger Ortsplanungsrevision sind 67 Einsprachen eingegangen.

Urs Brüschweiler
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Kreuzlingen TG - Die Wiese vor dem Schloss Brunnegg in Kreuzlingen darf nicht bebaut werden.

Kreuzlingen TG - Die Wiese vor dem Schloss Brunnegg in Kreuzlingen darf nicht bebaut werden.

Es ist ein Generationenwerk. Die Revision des städtischen Zonenplans und des Baureglements hat einen wichtigen Schritt hinter sich. Im September fand die öffentliche Planauflage statt. Insgesamt 67 Einsprachen seien während dieser Zeit bei der Bauverwaltung eingegangen, wie die Stadt Kreuzlingen mitteilt. Stadtrat Ernst Zülle sagt: 

Ernst ZülleStadtrat Departement Bau Kreuzlingen(Bild: PD)

Ernst Zülle
Stadtrat Departement Bau Kreuzlingen
(Bild: PD)

«Einige rechneten mit mehr, einige mit weniger. Ich denke, diese Zahl liegt etwa im erwartbaren Rahmen, bei der Grösse und der Komplexität dieses Pakets.»

Auf die vorgängig durchgeführte Vernehmlassung habe man noch rund 140 Rückmeldungen erhalten. Diese Grössenordnung zeige, dass man auch viele mit den damals gegebenen individuellen Antworten bereits habe zufriedenstellen können.

Schlosswiese, Hochhäuser, Deponie und Gebäudelänge

Mit der Ortsplanungsrevision möchte die Kreuzlinger Exekutive neben der periodischen Überarbeitung der Stadtplanung auch einige gordische Knoten lösen und Projektentwicklungen deblockieren. Zum Beispiel will man die Schlosswiese am Westend der Freihaltezone zuteilen, die viel diskutierte 50-Meter-Limite für Gebäude in der öffentlichen Zone auf 180 Meter anheben, im Bereich Ziegelhütte beim Autobahnanschluss Süd eine Deponie für Aushubmaterial ermöglichen und mit drei Strukturerhaltungsgebieten das Ortsbild der Quartiere bewahren.

Im Bereich Ziegelhütte ist eine «Deponiezone Typ A» geplant. (Bild: Urs Brüschweiler

Im Bereich Ziegelhütte ist eine «Deponiezone Typ A» geplant. (Bild: Urs Brüschweiler

Am meisten Reaktion nach der Vernehmlassung erhielten die Planer zum Thema Hochhäuser. Solche (bis 40 Meter) dürften künftig ausschliesslich an der Bahnhofstrasse und an der Löwenstrasse realisiert werden. Höhere Häuser (bis 30 Meter) sind möglich im Stadtzentrum, im Gebiet Sonnenwiesen oder beim Wolfacker, wo seit langem ein Projekt blockiert ist.

Wo es sinnvoll ist, nimmt man Kontakt auf

Ob von den 67 Einsprachen einige oder mehrere die genannten Themen betreffen, will und kann man bei der Bauverwaltung nicht sagen. «Wir haben aktuell erst rund ein Drittel der Eingaben gesichtet», sagt Stadtrat Ernst Zülle. Die thematische Einordnung nehme noch einige Zeit in Anspruch.

Anschliessend komme die Zeit der Verhandlungen mit den Einsprechern. Es werde sicher auch einige vorsorgliche Einsprachen darunter haben, bei denen man mit guten Erklärungen einen Rückzug bewirken könne. «Wo es Sinn ergibt, werden wir den Kontakt suchen und versuchen eine Einigung zu erzielen.» Aber auch danach ist noch ein weiter Weg zu gehen bis zur Genehmigung.

Die schon lange geplante Überbauung Gaissbergpark bekäme grünes Licht. (Bild: PD)

Die schon lange geplante Überbauung Gaissbergpark bekäme grünes Licht. (Bild: PD)

Mit Referendum käme es zur Volksabstimmung

Die Einsprachen, die nicht ausgeräumt werden können, werden der gemeinderätlichen Spezialkommission vorgelegt. Diese hatte bereits im Vorfeld der Planauflage die Ortsplanung geprägt. «Im Februar wird sie voraussichtlich wieder tagen», sagt Zülle. Der Stadtrat entscheide auf Basis der Empfehlung der Kommission, ob die Einsprachen abgelehnt oder gutgeheissen werden.

Sollten noch Änderungen an Zonenplan und Baureglement vorgenommen werden, müssten diese Anpassungen noch einmal eine öffentliche Auflage durchlaufen. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, kommt der Gemeinderat zum Zug; im Herbst 2020, wenn alles reibungslos verläuft. Das Stadtparlament kann das Gesamtpaket gutheissen, ablehnen oder zur Überarbeitung zurückweisen. Möglich wäre danach auch, dass ein Referendum ergriffen wird. In diesem Fall kämen Baureglement und Zonenplan noch vors Volk.