Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

40 Jahre lag es im Dornröschenschlaf: Jetzt steht das Schloss Luxburg in Egnach zum Verkauf

Eine Gruppe Interessierter aus der Gemeinde sucht Geldgeber und Ideen für die Nutzung des Anwesens.
Markus Schoch
Blick vom Hafen auf die Luxburg. (Bild: Reto Martin)

Blick vom Hafen auf die Luxburg. (Bild: Reto Martin)

Auf diesen Moment haben viele gewartet. Seit 1980 steht das Schloss leer. Mit dem Tod von Besitzer Bruno Stefanini im letzten Dezember könnte jetzt neues Leben in die alten Gemäuer einkehren. Tochter Bettina als seine Nachfolgerin im Präsidium der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte als Eigentümerin der Liegenschaft möchte die Luxburg auf den Markt bringen. Ihr Vater wollte sie nie weggeben. Als ihm die Gemeinde vor acht Jahren ein Angebot machte, meinte der Winterthurer nur: «Ich verkaufe nicht, ich kaufe nur.»

«Das ist jetzt eine völlig neue Situation», sagt Gemeindepräsident Stephan Tobler. Die Gemeinde wird jetzt aber nicht einfach das alte Angebot aus der Schublade holen und Bettina Stefanini auf den Tisch legen. Denn die Behörde hat zwischenzeitlich lernen müssen, dass längst nicht alle in Egnach bereit wären, Millionen für den Kauf des Anwesens auszugeben. Einen Schuss vor den Bug bekam der Gemeinderat vor ein paar Jahren. «An einer Gemeindeversammlung stand ein Mann auf und riet uns dringend, die Finger vom Schloss zu lassen», erinnert sich Tobler.

Stiftung oder Verein soll das Schloss kaufen

Die Behörde hat die Kritik ernst genommen und eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Alternativen abklären soll. Eine Erkenntnis: «Als Eigentümer des Schlosses kommt nur eine privatrechtliche Trägerschaft in Frage», stellt Tobler klar. Also beispielsweise eine Stiftung, ein Verein oder eine Genossenschaft. Dass sich die Gemeinde in irgendeiner Form beteiligen muss, ist für ihn aber auch klar.

«Es handelt sich beim Schloss Luxburg um ein denkmalgeschütztes Objekt. Wir stehen deshalb so oder so in der Pflicht, uns zusammen mit der Denkmalpflege darum zu kümmern.»

In einem ersten Schritt soll nun nächste Woche eine Interessengemeinschaft gegründet werden, deren Ziel es ist, das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und Ideen zu entwickeln, wie es genutzt beziehungsweise der Kauf finanziert werden könnte.

Bevölkerung soll helfen

Am Mittwoch, 14. August, um 20 Uhr soll in der Rietzelghalle in Neukirch eine «IG Schloss Luxburg» gegründet werden. Zur Versammlung lädt die vom Gemeinderat eingesetzte gleichnamige Arbeitsgruppe ein. Die Veranstalter erhoffen sich eine hohe Beteiligung und auch eine Diskussion über die Frage, wie das Schloss genützt werden könnte. (mso)

Falls das nicht gelingen sollte, «wäre für die Egnacher endgültig die letzte Chance verpasst, auf das Schicksal dieses geschichtsträchtigen Gebäudes in der Gemeinde Einfluss zu nehmen», schreibt Rolf Blust in der Einladung zur Versammlung. Denn Bettina Stefanini beziehungsweise die Stiftung würden es an einen Privaten verkaufen, wenn sich ihr keine andere Möglichkeit bietet, sagt Tobler.

In einem überraschend guten Zustand

Ein Foto aus besseren Zeiten. (Bild: PD)

Ein Foto aus besseren Zeiten. (Bild: PD)

Wie hoch der Preis für die Liegenschaft ist, könne er nicht sagen. Was er aber sagen könne: Das Schloss sei in einem überraschend guten Zustand. Als Mitglied der Arbeitsgruppe konnte Tobler die Räumlichkeiten besichtigen. Der Westflügel sei allerdings verschandelt. Fritz Meili aus Zürich wollte dort in den 1950er-Jahren ein Institut für Atomkernspaltung eröffnen und baute rücksichtslos um. Schliesslich ging er wegen anderer Projekt pleite.

Viele hochfliegenden Pläne: Kurort, Atomschule oder Nobelpension

1498

Oswald Kröll lässt die Luxburg bauen.

1821

Das Wasser aus dem Brunnen der Luxburg ist eisenhaltig. Schlossbesitzer Joseph Christoph Zumstein möchte die Luxburg zu einem Kurort machen. Die hochfliegenden Pläne lassen sich nicht verwirklichen.

1869

Der Bau der Eisenbahnlinie zerschneidet das Schlossgut.

1873

Schlossbesitzer Albert Curti aus Rorschach baut zusammen mit Unternehmern bei der Rudwies eine Kondensmilchfabrik mit dem Namen Alpina. Bereits zwei Jahre später geht sie zu und später mit neuem Besitzer wieder auf.

1876

Curti verkauft das Schloss mit 304 Aren Land. Als er es erwarb, war die Liegenschaft elfmal grösser (3560 Aren).

1929

Hans und Elsa Dostler bauen die Luxburg um. Sie soll wieder so aussehen wie im 19. Jahrhundert. Sie wollen eine Nobelpension mit 20 Zimmern eröffnen. Die Weltwirtschaftskrise macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

1950

Alfred Wiedemann kauft die Luxburg und renoviert sie stilvoll.

1955

Bodenspekulant Fritz Meili wird neuer Besitzer. Er möchte im Schloss eine Atomschule eröffnen. Er zerstört zwar vieles von der alten Bausubstanz, geht aber wegen anderer Projekte schon bald pleite.

1961

Grosse Teile des Geländes werden abgetrennt und verkauft. Es bleiben 90 Aren.

1980

Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte von Bruno Stefanini kauft die Luxburg.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.