4:0 in Winterthur: Der HC Thurgau findet zurück in die Erfolgsspur

Nach vier Niederlagen in Folge stoppt der HC Thurgau die Baisse mit einem von A bis Z kontrollierten Auswärtssieg gegen Winterthur. Zuzug Andri Spiller bleibt ohne Skorerpunkt, zeigt aber eine sehr engagierte Leistung.

Matthias Hafen aus Winterthur
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Die Thurgauer Spieler lassen sich nach Spielschluss von den mitgereisten Anhängern feiern.

Die Thurgauer Spieler lassen sich nach Spielschluss von den mitgereisten Anhängern feiern.

Bild: Marco Zimmermann/Sports-Media

Es ist bislang die Woche von Martin Büsser. Nach Tagen, in denen der Geschäftsführer und Sportchef des HC Thurgau erstmals seit seinem Amtsantritt Anfang Saison Kritik einstecken musste, ist ihm wieder Erfolg beschieden. Am Dienstag, notabene Büssers Geburtstag, konnte der emsige Sportchef des HCT doch noch den Transfer von Andri Spiller verkünden und damit die Nichtverpflichtung eines Ersatzausländers für den immer noch verletzten Kellen Jones abfedern. Die Verpflichtung von Spiller bis Ende Saison hat Büsser zahlreiche Telefonate und wohl noch viel mehr Nerven gekostet. Doch seine Bemühungen haben sich schon aus­bezahlt. Am Mittwochabend gewann der HC Thurgau in Winterthur mit Spiller 4:0.

Damit kehrten die Ostschweizer nach vier Niederlagen in Folge auf die Siegerstrasse ­zurück. Die drei Punkte bringt Thurgau wieder bis auf zwei Zähler an den vor ihm liegenden EHC Visp und Platz vier heran. Der Heimvorteil im Playoff-­Viertelfinal ist für die Equipe des Trainerduos Mair/Winkler noch immer in greifbarer Nähe.

Winterthur spielt wie ein Abstiegskandidat

Die Winterthurer haben es den Thurgauern allerdings auch nicht allzu schwer gemacht, Selbstvertrauen aufzubauen. Die Zürcher agierten vor lediglich 815 Zuschauern in ihrer Zielbau-Arena weitgehend ziel- und harmlos und kassierten am Ende die siebte Niederlage hintereinander. Das 0:4 gegen den HCT war gar die 16. Pleite in den vergangenen 17 Partien. Einzig am 30. Dezember beim 4:2-Sieg daheim gegen die Ticino Rockets hatte Thurgaus Derby-­Gegner ein Erfolgserlebnis.

In der aktuellen Form ist der EHC Winterthur zweifellos ein Abstiegskandidat. Dennoch liessen sich die Thurgauer nicht zu einem offensiven Wahnsinn verleiten. Mairs Mannen hielten sich vorab an ihren defensiven Plan und liessen vom Gegner praktisch nichts zu. So spielte sich der Favorit sehr kontrolliert und souverän Richtung Erfolg.

Spiller fügt sich gut ins Thurgauer Kollektiv ein

Offensiv tat der HCT viel, kam zu zahlreichen Torchancen, nutzte aber immer noch zu wenige davon. Niki Altorfer hätte die Gäste schon in der dritten Minute in Führung bringen können, Neuzuzug Spiller vergab nur wenig später seine erste Chance. Spiller fügte sich an der Seite von Center Patrick Brändli und Flügel Michael Loosli gut ins Thurgauer Kollektiv ein. So, dass ihn Headcoach Mair auch im Powerplay und mit fortlaufender Spieldauer in anderer ­Linienzusammensetzung einsetzte.

Dominic Hobi (25.) und Topskorer Melvin Merola (27.) sorgten im Mitteldrittel für die vorentscheidende Differenz. Und im Schlussabschnitt machten Adam Rundqvist (43.) und Lars Frei (49.) unter den Augen des angespannten Sportchefs Martin Büsser alles klar. Der HC Thurgau scheint somit bereit zu sein für das Heimspiel vom Samstag um 17.30 Uhr gegen den Tabellenzweiten Olten. Im Wissen, dass der 4:0-Sieg in Winterthur nur bedingt ein Gradmesser war.

Winterthur – Thurgau 0:4 (0:0, 0:2, 0:2)

Zielbau-Arena – 815 Zuschauer – SR Gäumann/Ströbel, Rebetez/Nater.
Tore: 25. Hobi (Connor Jones, Merola) 0:1. 27. Merola 0:2. 43. Rundqvist (Altorfer, Frei) 0:3. 49. Frei (Rundqvist, Altorfer) 0:4.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Winterthur, 2-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Winterthur: Gianola; Mason, Blaser; Roos, Küng; Pozzorini, Raggi; Guerra, Schmutz; Zahner, Torquato, Monnet; Bozon, Brunner, Alihodzic; Hess, Diem, Lucas Bachofner; Lazarevs, Meier, Bleiker.
Thurgau: Schwendener; Seiler, Parati; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler; Hobi, Connor Jones, Merola; Michael Loosli, Brändli, Spiller; Spannring, Rehak, Janik Loosli; Altorfer, Rundqvist, Frei; Niedermaier.
Bemerkungen: Winterthur ohne Brace, ­Allevi, Wieser, Homberger (alle verletzt), Hänggi, Michael Bachofner und Sigg. Thurgau ohne Kellen Jones, Hollenstein, Moser (alle verletzt), Schmuckli, Dufner (beide Rapperswil-Jona/NLA), Zanzi, Steinauer, Kellenberger, Moosmann, Huber und Schnetzer (alle Farmteams).

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Matthias Hafen