3:6 gegen das Schlusslicht: Der HC Thurgau verspielt im Tessin den Playoff-Heimvorteil

Nach der schmerzlichen Auswärtsniederlage gegen die Ticino Rockets steht fest, dass der HC Thurgau Platz vier nicht mehr erreichen kann. Dafür kann es noch schlimmer kommen.

Matthias Hafen aus Biasca
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Die Thurgauer (von links: Kellen Jones, Patrick Parati, Melvin Merola) kamen im Tessin unter die Räder.

Die Thurgauer (von links: Kellen Jones, Patrick Parati, Melvin Merola) kamen im Tessin unter die Räder.

Bild: Mario Gaccioli (7. Dezember 2019)

Aus dem vermeintlichen Kehrausspiel im Tessin wurde ein richtiger Knüller. Allerdings nur, weil der HC Thurgau auswärts gegen den Tabellenletzten Ticino Rockets einen rabenschwarzen Abend einzog und am Ende sang- und klanglos 3:6 verlor.

Damit steht schon vor der abschliessenden Qualirunde vom kommenden Samstag fest, dass die Thurgauer Platz vier und damit den Heimvorteil im Playoff-Viertelfinal nicht mehr erreichen können. Dies, weil Visp auswärts gegen Kloten 3:2 gewann. Der HC Thurgau muss im Heimspiel am Samstag um 16.45 Uhr gegen Kloten gar schauen, dass er nicht noch auf Platz sechs und damit hinter den SC Langenthal zurückfällt. Sonst hiesse der erste Playoff-Gegner in diesem Jahr nicht Visp, sondern Olten oder Ajoie.

Ineffizienz im Startdrittel rächt sich

Nach der Niederlage gegen die Ticino Rockets ist das Playoff gefühlt ohnehin in weite Ferne gerückt. Vor 83 Zuschauern (50km weiter südlich zog das NLA-Derby zwischen Lugano und Ambri das Tessin in seinen Bann) zeigte der HC Thurgau kaum Anzeichen, dass in einer Woche die wichtigste Phase der Meisterschaft beginnt. Zwar gelang der Mannschaft von Trainer Stephan Mair ein fulminanter Start mit mehreren Topchancen alleine in den ersten drei Minuten. Doch mehr als ein 1:1 holten die Gäste aus der anfänglichen Sturm-und-Drang-Phase nicht heraus.

Im zweiten Drittel fegte dann die Rakete aus Biasca über den HCT hinweg. Mit Ansage zwar, weil die Tessiner kurz vor dem Abstiegskampf eine viel stärkere Mannschaft stellen, als sie in den Begegnungen zuvor je waren. Aber trotzdem rieb man sich als Zuschauer die Augen ob der Art, wie der Tabellenfünfte aus Weinfelden in dieser Phase dominiert wurde. Jason Fritsche und Timo Haussener machten innerhalb von 25 Sekunden aus dem 1:1 ein 3:1 für Ticino. Die Gegenwehr im Thurgauer Slot war praktisch inexistent und auch HCT-Goalie Nicola Aeber­hard zog nicht seinen besten Abend ein. Von diesem Doppelschlag erholte sich Thurgau nicht mehr. Zwar nährten Doppeltorschütze Andri Spiller und Passgeber Kellen Jones mit einer traumhaften Kombination im Powerplay und dem Treffer zum 2:3 Hoffnungen (29.). Doch 67 Sekunden später hatten die Rockets den Zweitorevorsprung bereits wieder hergestellt.

Rockets lassen auch im Schlussdrittel nicht nach

Als Thurgau zu Beginn des Schlussdrittels eine Powerplay-Chance ausliess und die Rockets praktisch im Gegenzug das 5:2 erzielten, war die Partie gelaufen. Janik Loosli setzte mit dem Tor zum 3:6 in der 53.Minute den Schlusspunkt hinter eine Partie, die trotz geringer Relevanz letztlich doch entscheidend war.

Das Playoff-Fieber steigt beim HC Thurgau

Die Spiele in dieser Woche gegen die Ticino Rockets und Kloten dienen dem HC Thurgau primär der Vorbereitung auf die Playoff-Viertelfinals – aber nicht nur.
Matthias Hafen