27 Tonnen schwer und uralt: Wie Karl Müller auf einen Riesenfindling stiess und diesen als Grundstein für eine neue Freiluft-Arena beim Roggwiler Kybun-Tower nutzen will

Bei Aushubarbeiten in Berg ist ein riesiger Findling freigelegt worden. Nun hat der Felsbrocken einen neuen Besitzer. Karl Müller liess ihn nach Roggwil transportieren. Hier soll er als Grundstein für den Bau einer neuen Freiluft-Arena dienen.

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Karl Müller freut sich über den 27 Tonnen schweren Findling, welcher mit einem Spezialtransporter nach Roggwil gebracht wurde.

Karl Müller freut sich über den 27 Tonnen schweren Findling, welcher mit einem Spezialtransporter nach Roggwil gebracht wurde.

Bild: pd

(pd/red.) Die Bauarbeiten bei der Dorfwiese in Berg schreiten zügig voran. Bei den Aushubarbeiten wurde ein grosser Steinbrocken gefunden und freigelegt. Wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht, erfuhrt Karl Müller jun. davon. Für den Sohn von Kybun-Chef Karl Müller war sofort klar: Dieser geschichtsträchtige und jahrtausendealte Findling muss für die Nachwelt erhalten bleiben.

In der Folge bekundete Müller beim Bauherrn sein Interesse am Felsbrocken. Müller lässt sich im Communiqué des Unternehmens wie folgt zitieren:

«Ich erklärte ihm, dass ich den Findling als Grundstein für den Bau unserer Freiluft-Arena in Roggwil nutzen möchte. Dieser Felsbrocken soll unserer Veranstaltungs- und Kulturarena eine Art Seele verleihen.»

Der Bauherr bot gemäss der Medienmitteilung sofort Hand, den 27 Tonnen schweren Stein zu retten. Hätte niemand Interesse am besonderen Fund gezeigt, wäre er vermutlich in der Baugrube gesprengt worden.

Kostspielige Zügelaktion

Für das Verladen und den Transport des riesigen Felsbrockens von Berg nach Roggwil wurden Spezialfirmen beauftragt. Die Kosten für die ungewöhnliche Zügelaktion dürften sich im fünfstelligen Bereich bewegen, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Bild: pd

Karl Müller zeigt sich begeistert über das Schmuckstück neben seiner Scheune im Zentrum von Roggwil:

«Der Findling ist ein Relikt aus der Gletscherzeit. Wir gehen davon aus, dass sich dieser vor mehreren zehntausend Jahren vom heutigen Werdenberg oder Rheintal Richtung Bodensee vorgearbeitet hat.»

Um mehr über die Geschichte und die Zusammensetzung des Findlings zu erfahren, wird Karl Müller einen Fachmann beiziehen. Vorerst will er den geschliffenen Felsbrocken nun aber eigenhändig von der Erde befreien, reinigen und so die Gesteinsstruktur zum Vorschein bringen.

Erfolgreiche Grundsteinlegung

Mit der Versetzung des 27 Tonnen schweren Steins erfolgte symbolisch die Grundsteinlegung für ein weiteres Projekt. Die Familie Müller wird nämlich hinter einer alten Scheune, welche direkt neben dem Kybun-Tower in Roggwil steht, eine Art Amphitheater bauen. Die Freiluft-Arena soll Platz für rund 200 Personen bieten und für verschiedene Veranstaltungen dienen.

«Unser Ziel ist es, hier nebst Firmenanlässen und Schulungen für unsere Partner auch kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen durchzuführen. Ich denke dabei an kleinere Konzerte, Vorträge oder Darbietungen», erklärt der Unternehmer Karl Müller. Das Freiluft-Theater soll zusammen mit der Scheune ein zusätzliches Angebot darstellen und zur Attraktivität der Gemeinde Roggwil beitragen. «Wir wollen damit aufzeigen, dass unser Wohnort innovativ, vielseitig und beständig ist», sagt Karl Müller. Genau diese Beständigkeit symbolisiert gemäss der Medienmitteilung auch der jahrtausendalte Riesenfindling.