Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

25-jähriger Amriswiler hat bereits zwei Firmen gegründet

Jungunternehmer Sandro Haag erzählt am Business Lunch des Gewerbevereins von seiner erfolgreichen Onlinemarketing-Agentur – und von jugendlichem Leichtsinn.
Manuel Nagel
Sandro Haag hat die Onlinemarketing-Firma Yep gegründet. (Bild: Donato Caspari)

Sandro Haag hat die Onlinemarketing-Firma Yep gegründet. (Bild: Donato Caspari)

Wenn Geschäftsleute im mittleren Alter «Digital Marketing» hören, dann denken sie wohl an ihre eigene Website und – wenn es hochkommt – auch noch an einen Auftritt in Facebook oder anderen sozialen Medien. Dass Digital Marketing jedoch viel komplexer ist, brachte Sandro Haag am Freitag den Mitgliedern des Gewerbevereins Amriswil beim Business Lunch im Schloss Hagenwil näher.

GV-Präsident Christoph Roth stellte den jungen Gründer der Amriswiler Firma Yep als ein Kind der Generation Y vor, als jemanden der zwischen 1981 und 1995 geboren wurde. Dieses Kriterium erfüllt Haag mit Jahrgang 1994 gerade noch so knapp. Als «selbstbewusst und ehrgeizig» könne man diese Generation charakterisieren. Dies hingegen Attribute, die wiederum voll auf Sandro Haag zutreffen, wenn man ein wenig in dessen Vergangenheit als Geschäftsmann blickt.

Er verkauft ergonomische Stühle für Computerspieler

Schon als Teenager erstellte er für Firmen Website, um neben seiner Ausbildung bei der Raiffeisen noch etwas hinzuzuverdienen. Ebenfalls noch während der Ausbildung eröffnete er einen Online-Shop für Gaming- Artikel, der schon bald das Interesse von Digitec wecken sollte.

Ob er nicht für Digitec arbeiten wolle, wurde Haag damals angefragt. Doch was andere vielleicht als grosse Chance gesehen hätten, war für den damals 20-Jährigen zu wenig. «Das wäre nur eine Junior-Stelle gewesen, aber das wollte ich nicht», sagt der in Kesswil aufgewachsene Haag, zumal er bereits eine Stelle in Zürich bei einer der grössten Online-Marketing-Agenturen in Aussicht hatte. Zürich deshalb, weil es eine solche Ausbildung damals nicht in der Ostschweiz gab.

Der Online-Riese Digitec liess aber nicht locker und lud den Jungunternehmer ein halbes Jahr später erneut ein, er solle doch mal vorbeischauen. Denn mit dem Vertrieb von ergonomischen Stühlen für Computerspieler war Haag mittlerweile ziemlich erfolgreich. Er verkaufte in Spitzenmonaten über 50 Stühle.

Von der Ein-Mann-Show zum grossen Team

«Solche Stühle sind damals erst gerade aufgekommen. Digitec hatte eine Handvoll dieser Gaming-Stühle in ihrem Shop, ich hingegen hatte bereits über 100 verschiedene im Sortiment», erinnert sich Haag. Das Gespräch mit dem Branchenprimus war intensiver und plötzlich war die Rede von einer Stelle im Senior Bereich. «Jetzt wird’s interessant», dachte sich Haag damals.

Beiläufig wurde er gefragt, welche der Stühle denn gut laufen würden – «und im jugendlichen Leichtsinn habe ich darauf geantwortet», sagt Haag, der jetzt darüber lachen kann. Vom Onlinehändler hörte er jedoch nichts mehr – aber ein paar Wochen später hatte Digitec all diese Marken im Sortiment und konnte die Stühle dank ihrer Grösse auch günstiger als Haag anbieten. «Da bin ich sicher ein bisschen naiv gewesen», blickt der mittlerweile 25-Jährige selbstkritisch zurück.

Doch Sandro Haag, der 2016 nach seiner Ausbildung in Zürich zurück in die Ostschweiz kam, konnte für Fust das ganze Online-Marketing aufbauen. Was als «One-Man-Show» begann, war bei Haags Abgang drei Jahre später bereits ein Team aus mehreren Personen, die ausschliesslich für den Online-Shop von Fust tätig sind.

Selber ausbilden, weil es kaum Fachkräfte gibt

«Doch das Unternehmertum war immer in mir drin», sagt Haag. Deshalb entschloss er sich im Frühjahr dieses Jahres, seine eigene Online-Marketing-Agentur zu gründen. Und auch wenn die Firma erst im Aufbau ist, so konnte sie mit dem Küchenbauer Forster bereits einen namhaften Kunden an Land ziehen. Im Juli vereinbarte Forster mit Haags Firma Yep eine dreimonatige Testphase, ob das denn überhaupt funktioniert, dass messbar mehr Kunden generiert werden können.

Nach zwei Monaten war der Erfolg so gross, dass Forster den Vertrag vorzeitig verlängerte. «Aber es gibt auch für KMU mit kleinerem Budget durchaus Möglichkeiten, Online-Marketing einzusetzen, sagt Sandro Haag. Weil es in der Region kaum Fachkräfte für Digital Marketing gibt, will Haag diese ausbilden. Aktuell ist eine der vier Stellen bei Yep als Ausbildung nach dem Studium gedacht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.