20 Millionen für «Haus T»: Die alte Pathologie in Münsterlingen wird ersetzt durch Psychotherapie-Stationen

Das Siegerprojekt für den Neubau von drei Psychotherapie-Stationen auf dem Spitalcampus Münsterlingen steht fest. Anstelle der alten Pathologie entsteht ein zweckmässiger Holzbau, in den die Thurmed Immobilien AG 20 Millionen Franken investiert.

Kurt Peter
Drucken
Teilen
So soll der Neubau aussehen. Bis Sommer 2022 soll er fertig werden.

So soll der Neubau aussehen. Bis Sommer 2022 soll er fertig werden.

(Bild: pd)

Im Mehrzwecksaal auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik wurde am Montagabend das Siegerprojekt für den Neubau von drei Psychotherapie-Stationen vorgestellt. Es sei aus einem Wettbewerb unter sechs Teams ausgewählt worden, erklärte Marc Kohler, Verwaltungsratspräsident der Thurmed Immobilien AG anlässlich der Präsentation.

Marc Kohler CEO Spital Thurgau.

Marc Kohler
CEO Spital Thurgau.

(Bild: Andrea Stalder)
«Und ja, wir bauen schon wieder, aber wir haben im Bereich der Psychotherapie auch Handlungsdruck wegen des Auszugs aus dem ehemaligen Blindenzentrum.»

Er sagte weiter: «Die grosse Nachfrage in der Psychotherapie rechtfertigt den Bau der drei Stationen».

Standort in ländlicher Umgebung

Beim Siegerprojekt handle es sich um einen dreigeschossigen Holzbau, «alle Projekte waren auf hohem Niveau, doch dieses überzeugte durch die Vorteile». Gewonnen hat das Projekt der Frutiger AG (Totalunternehmerin) aus Gümligen und der Scheitlin Syfrig Architekten AG aus Luzern, es wurde von der Jury einstimmig zum Sieger erkoren. Architektin Cristina Trofin erläuterte den Neubau aus der Sicht der Planer.

«Dieser Bau ist mit vielen Emotionen verbunden», meinte sie. Der Standort werde von der ländlichen Umgebung geprägt. Sie habe das Motto

«Zuhause ist kein Ort,
sondern ein Gefühl»

gewählt, denn die Aufenthaltsdauer der Patientinnen und Patienten in diesem Gebäude sei doch recht lange. In den drei Geschossen gebe es drei Therapiestationen, Büro, Besprechungsräume, Wohn-, Aufenthalts- und Essräume sowie Abstellplätze.

Bau über Tarife refinanzieren

Stephan Kunz, Verwaltungsdirektor Psychiatrische Dienste, lobte die «Mischung zwischen Privatsphäre und Übersicht im Gebäude». Der Verwaltungsrat habe den Kredit zwar noch nicht genehmigt, «die Investitionen, das kann ich sagen, liegen bei 20 Millionen Franken, inklusive Abbruch der alten Pathologie und dem Wettbewerb», erklärte Marc Kohler.

Er zeigte sich davon überzeugt, dass der Bau über die Tarife refinanziert werden kann. Die Psychiatrische Klinik habe sehr viele Patientinnen und Patienten aus der ganzen Deutschschweiz. Er rechne mit der Eröffnung des Neubaus im Sommer 2022.

Das Siegerprojekt sieht auch die Nutzung der Prosektur, dem Aufbahrungsgebäude zwischen Gemeindeverwaltung und Neubau, vor. Vier Holzwerkstätten wären hier möglich. Für Marc Kohler «eine interessante Idee, die wir mit der Gemeinde besprechen wollen». Der Münsterlinger Gemeindepräsident René Walther zeigte sich aber skeptisch, für ihn war dies am Montagabend «derzeit kein Thema». Vor elf Jahren habe die Gemeinde 300'000 Franken investiert, die Prosektur werde voll genutzt und eine Alternative dazu gebe es nicht.

Mehr zum Thema