19-jährige Coiffeuse arbeitet bei Promi-Coiffeur in Berlin

Isabella Böhi aus Schönholzerswilen hat nach der Lehre eine Stelle bei einem Star-Coiffeur in Berlin erhalten. Ein halbes Jahr lebt und arbeitet sie dort. Gelernt hat sie viel.

Sabrina Bächi
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Isabella Böhi vor dem Berliner Geschäft, in dem sie arbeitet. (Bild: PD)

Isabella Böhi vor dem Berliner Geschäft, in dem sie arbeitet. (Bild: PD)

Ein Landei in der Grossstadt. So lässt sich die derzeitige Situation von Isabella Böhi beschreiben. Aufgewachsen in Schönholzerswilen arbeitet die ausgebildete Coiffeuse ein halbes Jahr in Berlin. Beim Promi-Coiffeur Shan Rahimkhan, der unter anderem aus der Fernsehsendung «Shopping Queen» bekannt ist.

Bereits während der Ausbildung bei Coiffeur Haag in Weinfelden hat ihr Lehrmeister, das Talent seiner Mitarbeiterin erkannt und ihr eine Horizonterweiterung im Ausland empfohlen. Seit Juli lebt und arbeitet die Coiffeuse, die im Sommer die Lehre als Beste im Thurgau abschloss, in Berlin.

Schwarze Arbeitskleidung ist Pflicht

Die Lebenswelten prallen hier aufeinander, anfangs plagte Isabella Böhi auch das Heimweh. Mittlerweile hat sich die 19-Jährige in der deutschen Grossstadt eingelebt. «Es ist hier ganz anders, als im Thurgau zu leben. Es gefällt mir aber sehr gut», sagt Böhi. «Von Zuhause weg zu gehen, war das Schlimmste.» Vor allem an den Wochenenden sei das Alleinsein schwierig gewesen. «Es hat mich Überwindung gekostet, aber ich finde, es hat sich gelohnt.»

Mittlerweile sei sie viel selbstständiger, erzählt Böhi. Die Arbeit bei Shan Rahimkhan mache ihr viel Spass. Unterschiede zum Lehrbetrieb gibt es aber: «Die Arbeitskleidung muss schwarz sein und wir arbeiten in unterschiedlichen Schichten. Die Atmosphäre ist ganz anders, da das Geschäft viel grösser ist.» 20 Personen arbeiten pro Filiale des Star-Friseur in Berlin.

Unterschiede im Styling

Die Belegschaft ist durchmischt. Junge und ältere mit den verschiedensten Nationalitäten. Isabella Böhi ist aber die einzige Schweizerin, die derzeit für Rahimkhan arbeitet. «Bei den Frisuren gibt es nicht wahnsinnig grosse Unterschiede, im Styling jedoch schon», erklärt sie. Die Kunden würden ganz genau darauf achten, dass auch ja kein Härchen mehr aus der Reihe tanzt.

«Sie haben höhere Ansprüche als die Kunden, die ich mir in der Schweiz gewohnt war.»

Weiter fällt ihr auf, dass mehr Frauen ihre Haare lang tragen. Und das scheinbar viele eine Verbindung in die Schweiz haben. Isabella Böhi wohnt in Berlin bei einer Gastmutter im Prenzlauer Berg. Eine Stunde Arbeitsweg bewältigt sie täglich per Velo und U-Bahn. Langsam kennt sie die Stadt, und sie hat auch Freunde gefunden.

«Vielleicht werde ich die Zeit hier vermissen», sagt Böhi vorausschauend auf die Rückkehr in ihre Heimat, zu Freund und Familie im Januar.