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100 neue Bäume für die Stadt Arbon

Eine neue Bewegung will mehr Natur in die Stadt bringen. Die lose Gruppe hat im letzten Jahr mit Pflanzsäcken in der Metzgergasse bereits ein erstes Projekt umgesetzt. Ein nächstes ist bereits geplant.
Markus Schoch
In Arbon soll es mehr Bäume geben. (Bild: Urs Bucher)

In Arbon soll es mehr Bäume geben. (Bild: Urs Bucher)

Der Anfang ist vielversprechend und macht den Beteiligten Lust auf mehr. Im letzten Jahr stellte die Bewegung zehn Säcke in der Metzgergasse auf und pflanzte Salate, Tomaten, Kapuzzinerkresse und anderes mehr an. Aber nicht für sich selber, sondern für die Bevölkerung. Wer wollte, konnte sich bedienen. Das Projekt unter dem Titel «Essbare Stadt» ist gut angelaufen, bilanzierte Veronika Merz an einer öffentlichen Sitzung der Gruppe diese Woche.

Die ehemalige SP-Stadträtin ist eine der Initiantinnen der Aktion, bei der es nicht nur darum geht, den öffentlichen Raum für die Produktion von Lebensmitteln in Anspruch zu nehmen. Sie will auch einen Begegnungsraum schaffen und so den sozialen Austausch fördern. Ein weiteres Ziel: Die Bevölkerung dazu animieren, selber mit dem Gärtnern zu beginnen – in Kleinen auf dem Balkon oder im Grossen rund ums eigene Haus.

Tag der offenen Gärten Mitte Juni

Was in der Theorie gut tönt, ist in der Praxis teilweise eine Überforderung für die Passanten beziehungsweise sorgte für Missverständnisse, mussten Merz und ihre Kolleginnen feststellen. Nicht alle hätten den Sinn der Sache erfasst. Die Gruppe hat sich deshalb überlegt, in diesem Jahr zu gewissen, im voraus kommunizierten Zeiten vor Ort zu sein, um mit Interessierten ins Gespräch zu kommen. Ins Spiel gebracht wurde auch die Idee einer Kindergruppe als eine Art Stadtgärtner.

Die Planung für ein zweites Projekt ist bereits weit gediehen. Am 16. Juni lädt die Bewegung zu einem Tag der offenen Gärten ein. Bereits 25 Personen hätten ihr Interesse angemeldet, hiess es am Donnerstagabend. Die Besucher sollen möglichst vielfältige und unterschiedliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu Gesicht bekommen. Bei einem Infocenter erfahren sie zudem mehr über den naturnahen Gartenbau und können beispielsweise ganz konkret lernen, wie man einen Kompost bewirtschaftet.

Ein grosses Projekt für die nächsten Jahre

Ein drittes Projekt stellte Erica Willi vor, die Präsidentin des Natur- und Vogelschutzvereins Meise. Sie möchte dafür sorgen, dass in Arbon in den nächsten Jahren 100 neue Bäume gepflanzt werden in Anlehnung an eine Aktion des Künstlers Joseph Beuys an der documenta 1982 in Kassel. Die Idee stiess bei den Anwesenden auf breite Unterstützung und wird weiter verfolgt. Auch bei der Stadt habe man positiv reagiert, sagte Willi, die Mitglied der städtischen Grünraumkommission ist.

Die Stadt ins Boot zu holen, sei von zentraler Bedeutung, war man sich einig. Denn die meisten Standorte würden voraussichtlich auf öffentlichem Grund sein. In Frage kämen aber auch private Liegenschaften, wenn entsprechendes Interesse vorhanden sei, sagte Willi. In einem ersten Schritt wird es jetzt darum gehen abzuklären, wo genau Platz für die Bäume sein könnte, um die sich Paten kümmern könnten, schlug einer vor.

Grüne Lunge

«Arbons Grüne Lunge» nennt sich die Bewegung. Entstanden ist sie 2017 aus einer Einladung der SP Frauen an den Biologen Laurenz Winkler, der über die Arbeit der Grünraumkommission berichten sollte. Stattdessen sass man in einem erweiterten Kreis zusammen und überlegte sich, wie Arbon konkret aufblühen könnte. Winkler sieht in der losen Gruppe eine Art Ideenbörse. Sie soll Menschen zusammenbringen, die mit Projekten etwas bewegen möchten. «Wir wollen mehr Grün, mehr Biodiversität, mehr Atemraum und mehr Wohnqualität», sagt Erica Willi, bei der die Fäden zusammenlaufen. Es habe viel Platz, und sie seien offen für alle, die sich einbringen wollen. (mso)

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