0:3 gegen die GCK Lions: Leader HC Thurgau wird von den Junglöwen überrumpelt

Der HC Thurgau verliert auswärts gegen den Tabellenelften GCK Lions nicht nur das Swiss-League-Spiel, sondern auch David Wildhaber verletzungsbedingt. NHL-Leihstürmer Brandon Hagel kommt erstmals zum Einsatz und verleiht den Thurgauern Zuversicht.

Matthias Hafen aus Küsnacht
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Aushilfsstürmer Bernhard Fechtig kam in Küsnacht wieder wie gewohnt als Verteidiger zum Einsatz.

Aushilfsstürmer Bernhard Fechtig kam in Küsnacht wieder wie gewohnt als Verteidiger zum Einsatz.

Bild: Mario Gaccioli (11. Oktober 2020)

Die GCK Lions mit einem Durchschnitt von 178 Zuschauern sind nicht gerade das Paradebeispiel, um zu zeigen, wie einschneidend Geisterspiele für die Swiss League sind. Am Freitagabend gegen den HC Thurgau war trotz der Beschränkung auf maximal 50 Zuschauer kaum ein Unterschied zur Zeit vor dem verschärften Coronaregime zu erkennen. Dies, weil das Farmteam des ZSC ein paar wenige Zuschauer in die Kunsteisbahn Küsnacht liess. So fehlte auch der legendäre GCK-Fan Martin mit seinen zwölf aufgereihten Trikots nicht. Anstatt einer Trommel und Schlachtrufen bediente er sich eines nervigen Kuhglöckchens, um sein Team im fast leeren Stadion anzufeuern.

So alles beim alten war das nicht im ersten Spiel des HCT mit verschärften Coronamassnahmen. Schon gar nicht im Kader der Thurgauer. Nebst den zuvor verletzten Rückkehrern Cyrill Bischofberger und Dominic Hobi reihte sich zum ersten Mal auch NHL-Profi Brandon Hagel in die Aufstellung.

GCK-Spieler sehen Hagel praktisch nur von hinten

Viele der 94 Augen in der KEK waren von Beginn an auf den 22-jährigen Kanadier gerichtet. Und – das ist die einzige positive Erkenntnis für die Thurgauer an diesem Abend – der Leihspieler der Chicago Blackhawks liess sein individuelles Können schon in den ersten Einsätzen aufblitzen. Dies nach zehntägiger Einreisequarantäne ohne Eistraining. Wenn Hagel jeweils im eigenen Drittel den Puck an die Schaufel nahm und nach vorne stürmte, sahen die GCK-Spieler die Nummer 22 des HCT praktisch nur noch von hinten. Zu einem Torerfolg führten seine Efforts allerdings nicht. Um sich raschmöglichst ins Spielsystem von Trainer Stephan Mair einzufügen, sind wohl noch ein paar Teamtrainings vonnöten.

Auch Hagels Mitspieler schafften es nicht, gegen die GCK Lions zu reüssieren. Und das, obwohl beide Teams wie schon zum Saisonauftakt ein hohes Tempo anschlugen und für die wenigen Zuschauer beste Unterhaltung mit zahlreichen Torchancen lieferten. Den elftplatzierten Zürchern merkte man an, dass sie just aus einer Quarantäne kamen und ihre Batterien entsprechend geladen waren. Die Thurgauer schienen in ihrer zehnten Partie im Oktober in letzter Konsequenz nicht mehr immer ganz frisch.

HCT-Goalie Rüegger mit Buebetrickli überlistet

So erwies sich gegen die aufsässigen Zürcher Löwen der frühe 0:1-Rückstand nach nur 44 Sekunden als grosse Hypothek. Goalie Bryan Rüegger hatte sich von einem Buebetrickli von GCK-Topskorer Ryan Hayes überlisten lassen. Während Rüegger danach immer besser ins Spiel fand und sein Team mehrmals vor grösserem Ungemach bewahrte, taten sich seine Vorderleute praktisch die ganze Partie über schwer. Auch beim 0:2 durch Julian Mettler 41 Sekunden vor Ende des Startdrittels machte die HCT-Defensive keine gute Figur. Yannick Brüschweiler entschied mit dem 3:0 in der 50. Minute das Spiel.

Eines dürfte HCT-Headcoach mindestens so stark schmerzen wie die liegengelassenen drei Punkte: In der 26. Minute verlor er Verteidiger David Wildhaber, der sich mit einem Bein im Gegenspieler verhakte und schliesslich schmerzerfüllt mit dem Teamarzt der GCK Lions Richtung Kabine humpelte. Allenfalls droht dem Pechvogel ein längerer Ausfall. Gar nicht lang geht es hingegen, bis die Thurgauer Löwen und die Zürcher Junglöwen wieder aufeinandertreffen. Am Sonntag um 17 Uhr kommt es in Weinfelden zur Revanche.

GCK Lions – Thurgau 3:0 (2:0, 0:0, 1:0)

Kunsteisbahn, Küsnacht – 47 Zuschauer – SR Boujon/Unterfinger, Ammann/Nater.
Tore: 1. (0:44) Hayes (Christen, Gabriel Widmer) 1:0. 20. (19:19) Mettler (Berri) 2:0. 50. Brüschweiler (Hayes, Schlagenhauf) 3:0.
Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
GCK Lions: Zumbühl; Meier, Burger; Samuel Lukas Widmer, Andersson; Büsser, Gabriel Widmer; Landolt; Christen, Schlagenhauf, Hayes; Chiquet, Kammermann, Berni; Brüschweiler, Mettler, Berri; Mathew, Zimmermann, Graf.
Thurgau: Rüegger; Schmuckli, Parati; Wildhaber, Soracreppa; Fechtig, Moor; Schnyder; Murphy, Fritsche, Spannring; Rehak, Rundqvist, Mosimann; Hagel, Hinterkircher, Moser; Bischofberger, Hobi, Lanz; Baumann.
Bemerkungen: GCK Lions ohne Pius Suter (abwesend), Rautiainen, Casutt, Arnicans und Riedi (alle verletzt). Thurgau ohne Hulak (Aufbautraining), Brändli, Loosli (beide verletzt) und Aeberhard (Quarantäne). – 23. Pfostentreffer Hayes. 40. Pfostentreffer Mosimann (abgelenkt von Rehak).