KREUZLINGEN: Er wollte in den feuchten Keller - Polizei schnappt Betrüger

Ein junger Deutscher hat sich als Mitarbeiter der Technischen Betriebe ausgegeben und wollte in einem Keller die Feuchtigkeit messen. Die Hausbewohnerin fand das seltsam und rief die Polizei.
Nicole D'orazio
Diese Dokumente fand die Polizei beim jungen Deutschen, der sich als Mitarbeiter der Technischen Betriebe Kreuzlingen ausgab. (Bild: Kapo TG)

Diese Dokumente fand die Polizei beim jungen Deutschen, der sich als Mitarbeiter der Technischen Betriebe Kreuzlingen ausgab. (Bild: Kapo TG)

Christopher Brühl vom Elektrizitätswerk Kreuzlingen ruft am Montag eine Bewohnerin eines Einfamilienhauses in Kreuzlingen an. Er müsse am nächsten Tag im Keller die Feuchtigkeit messen, sagt er. Der Frau kommt dies verdächtig vor. Sie informiert die Kantonspolizei Thurgau. Zum Glück, denn der Mann ist ein Betrüger. Tags darauf erscheint der angebliche Mitarbeiter der Technischen Betriebe Kreuzlingen (TBK) tatsächlich kurz nach Mittag. Fahnder der Kantonspolizei überwachen jedoch das Haus, sind zur Stelle und nehmen ihn fest. Der Betrüger leistete keinen Widerstand, wie Matthias Graf von der Kantonspolizei Thurgau sagt.

Beim Gefassten handelt es sich um einen 20-jährigen Deutschen, der sich als Christopher Brühl ausgibt. Die Unterlagen, die er dabei hat, lassen darauf schliessen, dass er der TBK-Kundin teure Sanierungsarbeiten anbieten und bar einkassieren wollte. «Die Frau hat gut reagiert», sagt Graf.

Ähnlicher Fall im vergangenen November

Bereits letzen November ist es in Kreuzlingen zu einem versuchten Betrugsfall mit einem angeblichen Mitarbeiter der Technischen Betriebe gekommen. Damals klingelte der Betrüger an einer Haustür und wollte einen neuen Zähler montieren. Ob es sich um den gleichen Täter oder einen Nachahmer handelt, werde derzeit abgeklärt, heisst es bei der Kantonspolizei. Bisher habe man auch nur Kenntnis von diesem einen Fall und starte deswegen einen Zeugenaufruf, um herauszufinden, ob noch andere Personen vom Betrüger angerufen worden seien.

Guido Gross, Direktor der Technischen Betriebe Kreuzlingen, kann sich nicht erklären, warum das Unternehmen nun schon zweimal für Betrügereien missbraucht wurde. Er sei froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Die Mitarbeiter der TBK würden seit dem ersten Fall nun alle einen Personalausweis besitzen und könnten sich jederzeit ausweisen. Zuvor hätten lediglich die Stromableser einen Ausweis besessen. Die anderen Mitarbeiter habe man an der Arbeitskleidung mit Logo erkannt.

Bauverwaltung wäre bei Feuchtigkeit zuständig

«Mitarbeiter der TBK sind zudem nicht für die Feuchtigkeit in Häusern oder Wasserschäden zuständig. Das wäre die Bauverwaltung», sagt Gross. «Unsere Angestellten lesen die Stromzähler ab oder gehen bei Kunden vorbei, wenn zum Beispiel ein Verdacht auf Gasbruch besteht.» Die Mitarbeiter würden auch kein Bargeld einziehen.

Die Stadt Kreuzlingen und die Kantonspolizei bitten um Vorsicht vor angeblichen Amtspersonen oder unbekannten Handwerkern an der Haustür, wie es in deren Mitteilungen heisst. Im Zweifelsfall sollte der Zutritt zur Wohnung verweigert und bei den echten Firmen oder Behörden abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen Mitarbeiter handelt. Bei einem entsprechenden Verdacht könne auch die Kantonspolizei Thurgau über die Notrufnummer 117 informiert werden.

Zeugenaufruf

Personen, die ebenfalls in ähnlicher Art und Weise kontaktiert worden sind, werden gebeten, sich beim Kantonspolizeiposten Kreuzlingen unter 058-345-20-00 oder beim TBK-Kundenbüro unter 071-677-61-85 zu melden.

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