Kreisgericht St.Gallen
Geld aus Spinds in Garderobe eines St.Galler Restaurants gestohlen: Kreisgericht verurteilt Dieb zu Freiheitsstrafe und Landesverweis

Mit Diebstählen finanzierte ein 33-jähriger Rumäne seinen Drogenkonsum. Vor Gericht gab er sich geläutert.

Claudia Schmid
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Der verurteilte Dieb knackte Spinds. Er stahl keine Äpfel, dafür Wertsachen und ein Mobiltelefon.

Der verurteilte Dieb knackte Spinds. Er stahl keine Äpfel, dafür Wertsachen und ein Mobiltelefon.

Benjamin Manser

Er habe früher viele Drogen genommen, begründete der rumänische Staatsangehörige seinen Einbruch in ein Restaurant. Er hatte sich im September 2017 in den Umkleideraum des Lokals in der St.Galler Innenstadt eingeschlichen und brach ein Dutzend Garderobenkästen auf.

Dazu fasste er jeweils mit seinen Händen an die untere Spindfront und riss an den Türen, bis sie beschädigt waren. Er hinterliess DNA-Spuren, welche ihm zugeordnet werden konnten.

In Zürich und im Ausland verurteilt

Der Einbruch in St.Gallen, bei dem er 560 Franken Bargeld und ein Mobiltelefon im Wert von 697 Franken erbeutete sowie einen Sachschaden von 1500 Franken anrichtete, war nicht die einzige Straftat, die er während seines Aufenthalts als Tourist in der Schweiz beging.

Im Juli 2017 hatte ihn die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat wegen Diebstahls und mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe von 90 Tagen verurteilt. Diese sass er allerdings erst vor kurzem in der ersten Jahreshälfte 2021 ab. Auch im Ausland hat er mehrere Straftaten begangen.

Seine deliktische Vergangenheit habe viel mit seinem Drogenkonsum zu tun, erklärte der 33-jährige Beschuldigte vor dem Kreisgericht St.Gallen. In der Zwischenzeit sei er ein ganz anderer Mensch geworden. In seinem Kopf habe es gefunkt. Mit Drogen habe er gar nichts mehr am Hut. Er treibe Sport, arbeite, kümmere sich um seine Familie und mache keine Probleme mehr.

Keine günstige Prognose

Aufgrund der Einsicht und des Geständnisses des Mannes klagte ihn die Staatsanwaltschaft im abgekürzten Verfahren an. Sie beantragte dem Gericht eine Verurteilung wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs, eine Freiheitsstrafe von vier Monaten und eine Landesverweisung von fünf Jahren.

Aufgrund der Vorstrafen könne ihm keine günstige Prognose gestellt und der bedingte Strafvollzug nicht gewährt werden, betonte der Staatsanwalt. Begehe ein Ausländer einen Diebstahl in Verbindung mit Hausfriedensbruch, sei obligatorisch eine Landesverweisung auszusprechen. Da er weder in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sei, noch einen Wohnsitz oder sonstige Beziehungen zum Land habe, liege bei ihm kein Anwendungsfall für die Härtefallklausel vor.

Bald wieder in Freiheit und in der Heimat

Der Verteidiger betonte in seinem kurzen Plädoyer, dass sein Mandant so schnell wie möglich wieder in seine Heimat zurückkehren wolle. Da ihm der vorzeitige Strafvollzug gewährt worden sei, werde es wohl nicht mehr lange dauern, bis der Beschuldigte nach Rumänien zu seiner Familie reisen könne. Das Kreisgericht St.Gallen sah keine Einwände gegen die Verurteilung im abgekürzten Verfahren und erhob die Anträge der Anklage zum Urteil.

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