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KREISGERICHT: Prozess gegen St. Galler Arzt

Wegen illegalen Medikamentenhandels muss sich ein Arzt in Flawil vor Gericht verantworten. Er bestreitet die Vorwürfe.

Ein Arzt aus dem Kanton St. Gallen hat während Jahren Medikamente mit Rabatt eingekauft – angeblich für humanitäre Lieferungen in den Iran. Tatsächlich soll er den grössten Teil illegal in der Schweiz verkauft haben.

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic sprach Ende 2016 gegen den Arzt eine Busse von 50000 Franken aus. Zudem soll der Mediziner fünf Millionen Franken illegale Gewinne abliefern. Der Arzt legte gegen die Strafverfügung Beschwerde ein, so dass jetzt der Einzelrichter des Kreisgerichts Wil den Fall beurteilen muss.

Gute Kontakte zur Pharmabranche

Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, zwischen 2003 und 2015 ohne Bewilligung einen Grosshandel mit Medikamenten betrieben zu haben. Zudem soll er Sorgfaltspflichten im Umgang mit Heilmitteln verletzt haben. Der Arzt wies die Vorwürfe zurück. Laut Swissmedic bezog er bei Pharmafirmen in der Schweiz Medikamente zwecks Ausfuhr in den Iran. Dank seiner guten Kontakte zur Pharmabranche und wegen des humanitären Zwecks gewährten ihm die Firmen Rabatte von bis zu 50 Prozent. Lieferungen für knapp sechs Millionen Franken gingen auch tatsächlich in den Iran. Den weitaus grösseren Teil der Arzneimittel verkaufte er jedoch an Abnehmer in der Schweiz weiter. Der Grosshandel, den er laut Swissmedic ohne Bewilligung betrieb, brachte ihm über die Jahre knapp 71 Millionen Franken ein. Alle Zahlungen gingen über ein Konto des Arztes. Dieser habe mit seinen Sonderkonditionen für humanitäre Arzneimittellieferungen in den Iran eine rasche Möglichkeit gesehen, in der Schweiz Gewinn zu machen, heisst es in der Strafverfügung. Die Lieferanten habe er im Glauben gelassen, die Medikamente würden für humanitäre Zwecke oder für die von ihm gegründete private Thurklinik in Uzwil gebraucht.

Der Arzt wies in der Untersuchung die Vorwürfe zurück. Er gab zu Protokoll, eine Einfuhr– und Ausfuhrbewilligung sowie eine Grosshandelsbewilligung zu besitzen. Swissmedic hatte der Thurklinik zwar die Einfuhr und Ausfuhr von Arzneimitteln bewilligt, nicht aber den Grosshandel, wie das Heilmittelinstitut argumentiert. Die Kontrolleure waren 2013 durch ein anderes Verfah­-ren auf den Arzt aufmerksam geworden. (sda)

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