Krankes Brot, das nach

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Fisch stinkt

«In den warmen Tagen des Monats Mai ist die Brotkrankheit bereits in verschiedenen Gegenden unseres Landes aufgetreten. Da die neue Bestimmung, wonach im Interesse der Einsparung das Brot bei der Abgabe aus der Bäckerei mindestens zwei Tage alt sein muss, dem Auftreten dieses Übels im Verlaufe des Sommers förderlich sein wird, so dürfte eine kurze Aufklärung [...] am Platze sein. Man versteht unter der Brotkrankheit die eigentümliche, den Bäckern wohlbekannte Erscheinung, dass anschei- nend gut gebackenes Brot aus Weizenmehl am zweiten oder dritten Tage im Innern weich, feucht und schmierig wird, und gleichzeitig einen widerlichen, oft geradezu ekelhaften Geruch entwickelt, der an die Brühe von eingesalzenen Fischen erinnert. [...]Das kranke Brot ist nicht nur unappetitlich und ekelerregend, sondern kann auch direkt gesundheitsschädigend wirken, indem es Magen- und Darmkatarrh hervorruft.»

Aus dem «St. Galler Tagblatt» vom 16. Juli 1917