Kraftwerkspläne auch in Vorarlberg

Bedeutend weiter als auf Schweizer Seite sind Kraftwerkspläne auf der österreichischen Seite des Rheins gediehen. Wo die Ill gegenüber Rüthi in den Rhein mündet, soll im sogenannten Illspitz ein Werk entstehen, das Strom für rund 6300 Haushalte liefert.

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Bedeutend weiter als auf Schweizer Seite sind Kraftwerkspläne auf der österreichischen Seite des Rheins gediehen. Wo die Ill gegenüber Rüthi in den Rhein mündet, soll im sogenannten Illspitz ein Werk entstehen, das Strom für rund 6300 Haushalte liefert. Bauherrin ist die Stadt Feldkirch, veranschlagt sind Kosten von gegen 30 Millionen Euro.

Das Projekt steckt noch im Genehmigungsverfahren.

Nachdem aber das Land Vorarlberg grundsätzlich grünes Licht gegeben hat, dürfte es demnächst auch noch die letzten Hürden nehmen. Vom Kanton St. Gallen droht kein grundsätzlicher Widerstand und die Gemeinde Rüthi hat gar darauf verzichtet, eine Stellungnahme zum Projekt einzureichen.

Sorge um Grundwasserspiegel

Pläne für ein Wasserkraftwerk am Illspitz gab es schon in den 80er-Jahren.

Die Bürger der Gemeinde Meiningen, rechts des Rheins gegenüber Oberriet gelegen, zogen aber damals mit dem Pfarrer an der Spitze in einer Protest-Prozession an die Ill. Die Entwürfe landeten in der Schublade. Vor drei Jahren dann traten private Bauwillige mit einem neuen Projekt zur Nutzung des Ill-Gefälles an die Öffentlichkeit. Dadurch aufgeschreckt, reichten die Feldkircher Stadtwerke 2008 eilends angefertigte eigene Pläne für die Stromgewinnung ein.

Bereits im kommenden Herbst möchte die Stadt Feldkirch mit dem Bau beginnen. Dieser Termin wackelt allerdings, weil Bauern und andere Anstösser aus Sorge um die Entwicklung des Grundwasserspiegels Einsprachen deponiert haben. Auf Feldkircher Seite des Flusses befürchten die Bauern ein zu hohes Ansteigen des Spiegels, südlich der Ill fürchtet man das Gegenteil – mit den entsprechenden Folgen für die Trinkwasserversorgung.

Fischpass für Seeforellen

Auch die Fischer stehen den Bauplänen kritisch gegenüber. Erst vor einigen Wochen haben Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Fischereiverbände der Alpenländer (Argefa) in einer Resolution verlangt, dass im Alpenraum keine neuen Kleinkraftwerke mehr gebaut werden dürfen, damit die letzten unverbauten Flussabschnitte erhalten bleiben.

Gemäss der Resolution gibt es derzeit im gesamten Alpenraum weit über 10 000 meist kleinere Wasserkraftwerke, die aber nur rund zehn Prozent des Strombedarfs abdecken. Für mehr gebe es im Sinne des Natur-und Umweltschutzes keinen Platz; wennschon müsste die Effizienz bestehender Anlagen gesteigert werden. Beim geplanten Ill-Kraftwerk soll ein Fischpass nach dem Muster von Domat/Ems Forellen den Aufstieg zu ihren Laichgründen offenhalten. Für andere Fische ist ein Nebengerinne vorgesehen. (gg/lü)

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