Kraftwerk am Illspitz ist fertig

Mit einem Festakt eröffnen die Feldkircher Stadtwerke morgen Sonntag das neue Kraftwerk am Illspitz beim Rhein. Investiert wurden 34 Millionen Euro, die Anlage wird dafür künftig 7300 Haushalte mit Strom versorgen.

Gernot Grabher
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Die Wehre des neuen Kraftwerkes stauen das Wasser der Ill. Wenn das Hochwasser kommt, können die Schleusentore abgesenkt werden. (Bild: Gernot Grabher)

Die Wehre des neuen Kraftwerkes stauen das Wasser der Ill. Wenn das Hochwasser kommt, können die Schleusentore abgesenkt werden. (Bild: Gernot Grabher)

Zwei Jahre hat der Bau des Wasserkraftwerks am Illspitz auf der vorarlbergischen Seite des Rheins zwischen Meiningen und Bangs gedauert. Morgen Sonntag wird es nun feierlich eröffnet. Das neue Kraftwerk ist ein weiterer Schritt zur Erreichung der Energieautonomie bis zum Jahr 2050, die sich der Vorarlberger Landtag mit einem 2007 einstimmig gefassten Beschluss zum Ziel setzte. Nach einigen Wochen Probelauf hat die Anlage mittlerweile den Vollbetrieb aufgenommen und liefert mehr Energie als ursprünglich erwartet. Die Stadtwerke hatten aufgrund der Wassermenge um eine erhöhte Dotierung ersucht, die behördlich auch genehmigt wurde. Die beiden Generatoren liefern statt der angepeilten Energiemenge für 6000 nun Strom für 7300 Haushalte. Die Jahresleistung wird mit 28,5 Millionen Megawatt angenommen. Umgerechnet sind dies beim gegenwärtigen Strompreis rund 3900 Euro täglicher Stromerlös.

Landschaft wird geschont

War man beim Spatenstich im August 2012 noch guter Dinge, das Bauwerk ohne grössere Schwierigkeiten errichten zu können, kam das Vorhaben schon im Oktober des Jahres unter eine buchstäblich kalte Dusche. Die Hochwasser führende Ill riss die eingeschlagenen Spundwände mit sich, die Fluten trugen das Gelände, auf dem das Krafthaus errichtet werden sollte, rheinabwärts. Zwar entstanden mit den Wehren und dem Krafthaus einige Betonflächen am Illspitz; die Feldkircher waren aber bemüht, die sensible Landschaft zu schonen. Das Areal, auf dem in den letzten Tagen vor der Eröffnung noch Oberflächenarbeiten durchgeführt wurden, wird für Erholungsuchende, die per Velo oder zu Fuss kommen müssen, weitgehend zugänglich bleiben. Auch der eigentliche Illspitz ist auf einem Weg um die Anlage gut erreichbar geblieben. Arbeitsplätze werden durch das Fliesskraftwerk nicht geschaffen. Die Fernsteuerung erfolgt vollautomatisch, nur ab einer bestimmen Hochwassermarke wird ganztägig ein Wärter vor Ort sein.

Viel Geld für Fische

Keine Ausgaben gescheut wurden für die Durchgängigkeit der Anlage für Wanderfische. Zwei betonierte Schlitzpässe, die vor allem den Forellen entgegenkommen, ermöglichen den Tieren den Aufstieg zu den Laichgründen. Dazu kommt die «kleine Ill», ein als Bach neu angelegter 1,7 Kilometer langer Bypass, die auch weniger schwimmtüchtigen Fischen den Aufstieg ermöglicht.

Die behördlich vorgeschriebenen Fischpässe werden allerdings von Skeptikern kritisch angesehen. Die Laichmöglichkeiten in der Ill oberhalb des Stadtgebiets von Feldkirch sind angesichts des von Kraftwerken verursachten schnellen Wechsels des Wasserstandes stark beeinträchtigt. Offen ist auch die Frage, wie Fische zurück in ihren zweiten Lebensraum Bodensee finden werden.

Der Eröffnungsakt mit anschliessender Besichtigungsmöglichkeit beginnt morgen Sonntag um 11 Uhr.

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