Kraftfutter für gescheite Köpfe

Am Nebentisch bereiten sich Wirtschaftsstudenten auf ein Referat vor. Vor ihnen liegen jede Menge Blätter mit Statistiken. Ein Schweizer redet ununterbrochen und in eidgenössisch gefärbtem Englisch auf seine Kommilitonen ein.

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Am Nebentisch bereiten sich Wirtschaftsstudenten auf ein Referat vor. Vor ihnen liegen jede Menge Blätter mit Statistiken. Ein Schweizer redet ununterbrochen und in eidgenössisch gefärbtem Englisch auf seine Kommilitonen ein. Nur eine Kollegin, ihr Akzent verrät sie als US-Amerikanerin, schafft es gelegentlich, ihn zu unterbrechen.

In die Gänge kommen

In der Cafeteria B der Universität St. Gallen wird in den frühen Morgenstunden konzentriert gearbeitet und an einigen Tischen – parallel dazu – ausgiebig gefrühstückt. Von Hektik keine Spur. Während der Woche öffnet die neben der Bibliothek und dem Audimax gelegene, öffentlich zugängliche Cafeteria schon um sieben Uhr.

«Eine Viertelstunde später treffen die ersten Studenten ein», erzählt Beatrice Nenna, die für den Betrieb der Cafeteria verantwortlich ist. Um in die Gänge zu kommen und ihren schlaffen Geistern Flügel zu verleihen, greifen die Studenten zum Espresso oder einer Dose Red Bull als probate Mittel. «Der Schein trügt», klärt Beatrice Nenna auf; die Studenten seien gesundheitsbewusst.

Darum liegen auf der untersten Ebene des bis oben gefüllten Sandwich-Ständers Früchte: Orangen, Äpfel, Bananen. Auch die mit Sahnehäubchen und Früchteschnitzen dekorierten Birchermüesli sind zum Frühstück oder zur Zwischenverpflegung beliebt. Die Vielfalt an Brötchen ist gross. Vom klassischen Buttergipfeli über das Vollkornbrötchen bis zum leicht süsslichen Kreuzbrötchen reicht das Sortiment.

Das Kreuzbrötchen, am knusprig gebackenen Kreuz auf der Oberseite des Brötchens erkennbar, ist längst kein Geheimtip mehr. Die Schoggigipfel werden in rauhen Mengen verzehrt. An gewissen Tagen übersteigt die Nachfrage das Angebot (100 Stück). Aber auch nur so lange, bis neue frischgebackene Schoggigipfel aus der Küche bei der Cafeteria B eintreffen.

Gedränge in der Pause

Nur wenige Minuten dauert es noch bis zur Pause zwischen den Vorlesungen. Dann würden die Studenten in Schwärmen in die Cafeteria kommen, sagt Beatrice Nenna. Und tatsächlich: Kaum hat die Glocke zur Pause geläutet, drängt sich ein Haufen junger Menschen um die Bar. Jetzt wird auch klar, warum in dieser Cafeteria ein Tischservice unmöglich wäre. Alles muss schnell gehen. Das geht nur über die «Selbstversorgung».

Philippe Reichen

Cafeteria B

Dufourstrasse 50, St. Gallen

Frühstückszeiten:

Mo–Fr 7–19.30 Uhr, Sa 8.30–15.30 Uhr, So geschlossen

Kaffee: 2 Franken

Spezielles: Grosse Auswahl an frisch zubereiten Sandwiches; zu empfehlen: Kreuzbrötchen und Schoggigipfel; im Sommer Aussensitzplätze.

Das klassische HSG-Frühstück: Ein Red Bull als Energielieferant, Birchermüesli, Kreuzbrötchen, Schoggigipfel und eine Zeitung. (Bilder: Philippe Reichen)

Das klassische HSG-Frühstück: Ein Red Bull als Energielieferant, Birchermüesli, Kreuzbrötchen, Schoggigipfel und eine Zeitung. (Bilder: Philippe Reichen)

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