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Krach um Doppelspur in Rorschach:
Paul Rechsteiner und Thomas Müller treffen sich zur Aussprache mit Regierungsrat Bruno Damann

Die St. Galler Bundespolitiker Paul Rechsteiner und Thomas Müller sind sich wegen des Bahnausbaus in Rorschach in die Haare geraten. Nun wollen sie die Sache mit Regierungsrat Bruno Damann ausdiskutieren.
Adrian Vögele
Paul Rechsteiner (SP), Bruno Damann (CVP) und Thomas Müller (SVP) treffen sich zu einem Gespräch über die Doppelspur in Rorschach.

Paul Rechsteiner (SP), Bruno Damann (CVP) und Thomas Müller (SVP) treffen sich zu einem Gespräch über die Doppelspur in Rorschach.

Sie sind es gewohnt, zu streiten – spätestens seit dem Herbst 2015. Damals standen sich Paul Rechsteiner (SP) und Thomas Müller (SVP) im St.Galler Ständeratswahlkampf gegenüber. Rechsteiner kritisierte beispielsweise Müllers Haltung zur Sozialhilfe scharf. Am Ende gelang es dem SP-Mann, seinen Sitz gegen den Herausforderer zu verteidigen, im zweiten Wahlgang erhielt er 20 000 Stimmen mehr.

Jetzt, so meinen böse Zungen, setzt Müller zur Retourkutsche an. Jedenfalls sind sich die beiden erneut in die Haare geraten. Ursache ist ein weiterer Sieg Rechsteiners: Die 600 Meter lange Bahnlinie zwischen den Bahn­höfen Rorschach und Rorschach Stadt soll zur Doppelspur ausgebaut werden. Der Ständerat hat das Vorhaben in den Bahn-Ausbauschritt 2035 aufgenommen, 30 Millionen Franken sind dafür vorgesehen (Ausgabe vom Freitag). Rechsteiner hatte den Antrag gestellt. Auch die Ostschweizer Verkehrsdirektoren fordern dieses Projekt dringend.

Stadtpräsident und Nationalrat Thomas Müller will davon aber nichts wissen. Er spricht von einem «Rückenschuss Rechsteiners», die Platzverhältnisse seien zu eng für eine Doppelspur, die Frage des Lärmschutzes ungeklärt. Dieses Vorhaben widerspreche allen Plänen, welche Stadt, Kanton, Bund und die SBB in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam ausgearbeitet hätten.

Rechsteiner setzt auf Diplomatie

Paul Rechsteiner wehrt sich: Es handle sich weder um einen Alleingang seinerseits noch um eine neue Idee. «Der Kanton und die Planungsregion Ostschweiz sehen diesen Ausbau vor.» Rechsteiner setzt nun aber auf Diplomatie statt Kampf: Er zeigt Verständnis für Müllers Bedenken, etwa in Sachen Lärmschutz. «Die lokalen Anliegen muss man berücksichtigen – ich bin gerne bereit, hier an einer Lösung mitzuarbeiten.»

In die Diskussion eingeschaltet hat sich inzwischen auch der St.Galler Verkehrsdirektor Bruno Damann (CVP). Demnächst soll ein Treffen der drei Politiker stattfinden, der Termin ist noch offen. Müller bestätigt auf Anfrage, man wolle sich zu dritt an einen Tisch setzen. Das Ergebnis dieser Gespräche wird das weitere Schicksal des Doppelspur-Projekts im Bundeshaus beeinflussen: Denn im Juni berät der Nationalrat den Bahn-Ausbauschritt 2035 – und Müller hat bereits angekündigt, die Rorschacher Doppelspur allenfalls zu bekämpfen. Jetzt doppelt er nach: Das Projekt müsse wesentlich verbessert werden, gerade bezüglich Lärmschutz. «Das wird teuer.» Ansonsten werde das Vorhaben gestrichen – «ich habe bereits entsprechende Signale aus der Verkehrskommission des Nationalrats erhalten».

Damann: «Der Lärm nimmt nicht zu»

Regierungsrat Damann bestätigt derweil Rechsteiners Argumentation. Man habe die Stadt Rorschach keineswegs von der Planung ausgeschlossen. Die Doppelspur sei seit 2007 im Richtplan aufgeführt. «Die Stadt Rorschach hatte im Vorfeld Gelegenheit, sich dazu zu äussern und war entsprechend auch über die Pläne von Bund, Kanton und SBB informiert.» Die Doppelspur auf Stadtgebiet sei aus Sicht des Kantons baulich realisierbar. Zum Thema Lärmschutz sagt Damann: «Die Lärmbelastung als Ganzes nimmt nicht zu. Es verkehren nach Abschluss der Ausbauten mengenmässig nicht mehr Züge über den Abschnitt als vorher.» Allerdings seien diese Züge zeitlich sinnvoller versetzt und somit kundenfreundlicher geplant. Davon würden insbesondere die Ein- und Aussteiger in Rorschach Stadt und Goldach profitieren. Zudem würden die Züge tendenziell immer leiser. Der Kanton wolle, dass die Doppelspur-Lücke behoben werde, dies jedoch «siedlungsverträglich und mit möglichst viel Nutzen auch für die Stadt Rorschach».

Gibt der Nationalrat seinen Segen, kommt eine Realisierung der Doppelspur ab 2023 in Frage. In den «intensiven Planungs- und Projektierungsprozess» würde laut Damann auch die Stadt Rorschach einbezogen.

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