Kostüme selber nähen ist out

RORSCHACH. Die Fasnacht steht vor der Tür. Ein Blick in Rorschacher Fachgeschäfte zeigt, dass die Leute lieber fertige Kostüme kaufen, statt diese selber zu nähen. Beliebt bei Buben sind dieses Jahr Klassiker wie Pirat oder Indianer, Mädchen hat es die «Eiskönigin» angetan.

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Vor allem Kostüme der «Eiskönigin» sind bei Mädchen sehr beliebt. (Bild: lfr)

Vor allem Kostüme der «Eiskönigin» sind bei Mädchen sehr beliebt. (Bild: lfr)

Während Kati Zünd, Mitarbeiterin des Stoffgeschäfts Alja in Rorschach, von der Fasnachtsstimmung praktisch nichts mitbekommt, musste das Spielwarengeschäft Zubi gar Kostüme nachbestellen: Selbstgenähte Fasnachtskostüme und von Hand angefertigte Gewänder sind offenbar längst nichts Alltägliches mehr.

Keine Zeit zum Nähen

«Es gab zur Fasnacht hin überhaupt keinen Ansturm auf Stoffe», sagt Kati Zünd. «Das war aber in den vergangenen Jahren nicht anders.» Lediglich einzelne Grossmütter seien vorbeigekommen. Den Grund, warum heute fast keine Fasnachtskostüme selbst genäht werden, sieht Kati Zünd sowohl im Wandel der Fasnachtskultur als auch im finanziellen Bereich. «Fertige Kostüme sind zum Teil vielfach günstiger zu bekommen als selbstgenähte Verkleidungen aus qualitativ hochwertigem Material. Hinzu kommt, dass Mütter oftmals keine Zeit mehr für die aufwendige Arbeit finden.» So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Stoffladen nur ein kleines Sortiment an Fasnachtsstoffen ausgestellt hat.

Eiskönigin dominiert

Anders sieht es im Spielwarengeschäft Zubi an der Hauptstrasse aus. «Kostüme, Gewänder und Verkleidungen lassen sich auch dieses Jahr gut verkaufen», sagt Sabrina Diem, Verantwortliche für den Einkauf im Geschäft. Ein Ansturm zu Fasnachtszeiten sei eigentlich normal, auch wenn die Leute immer später kommen würden. Bei Buben sei nebst zeitlosen Klassikern wie Indianer, Cowboy und Pirat dieses Jahr auch Star Wars sehr beliebt. Die Mädchen dagegen seien von Kostümen der Eiskönigin, bekannt aus dem Disney-Film «Frozen», ganz angetan. «Unsere erste Bestellung dieser Kostüme war schnell ausverkauft», sagt Sabrina Diem. «Wir mussten gleich noch eine Ladung nachbestellen.»

Rückgang der Fasnachtskultur

Allerdings erinnert sie sich auch an die früheren Jahre der Fasnacht zurück. «Vor rund 20 Jahren war das Geschäft zu Fasnachtszeiten randvoll mit Kostümen und Gruselmasken», erzählt Sabrina Diem, die seit 22 Jahren im Geschäft tätig ist. Genauso wie Kati Zünd denkt sie, dass die Leute heute weniger Geld für die Fasnacht ausgeben wollen. «Da die Gewänder meist nur für den einen Anlass im Jahr gebraucht werden, mieten heute viele die Verkleidungen in einem Kostümverleih.»

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