Kosovare noch nicht geständig

ST.GALLEN. Der 44-jährige Kosovare, der am Dienstag seine von ihm getrennt lebende Frau tot gefahren hat, sitzt in Haft und wird befragt. Geständig ist der IV-Rentner noch nicht. Doch in einigen Fragen kommt Licht ins Dunkel.

Markus Wehrli
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Blumen und Kerzen für das Opfer: der Tatort an der Sittertalstrasse. (Bild: Hanspeter Schiess)

Blumen und Kerzen für das Opfer: der Tatort an der Sittertalstrasse. (Bild: Hanspeter Schiess)

Bestätigt hat sich, dass die 40-jährige Ehefrau kurz nach Mittag auf dem Weg hinunter zu ihrer Arbeitsstelle ins Sittertobel war, wie Hans Peter Eugster, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, erklärt. Der Kosovare muss sie oben an der Strasse abgewartet haben. Dann drückte er aufs Gas. Als die Frau kurz vor der ersten Spitzkehre ist, überfährt er sie. Die zweifache Mutter stirbt noch auf der Unfallstelle.

Täter war der Polizei bekannt
Warum der 44-Jährige das Verbrechen begangen hat, ist unklar. Er war am Dienstag nur wenige Stunden nach der Tat im Westen der Stadt verhaftet worden. Die Kapo hatte eine Alarmfahndung ausgelöst, ein Grossteil der Kräfte war im Einsatz. Der Kosovare war unbewaffnet und leistete keinen Widerstand. «Offensichtlich wusste er, was ihn erwartet», sagt Eugster. Das Ehepaar war der Polizei bekannt. Im Juni dieses Jahres musste sie wegen häuslicher Gewalt zur Wohnung im St.Galler Krontalquartier ausrücken. Wenig später zog die zweifache Mutter aus und lebte getrennt von ihrem Mann. «Auch als sie im September einige Sachen aus der Wohnung holen wollte, hatte sie Begleitschutz der Polizei», sagt Eugster.

Wohnung des Manns durchsucht
Im Zuge der Fahndung ist am Dienstag auch die Wohnung des IV-Rentners durchsucht worden. Die beiden Kinder des Ehepaares – ein 14-jähriger Bub und ein 15-jähriges Mädchen – sind in die Obhut des Sozialdienstes der Stadt St.Gallen gegeben worden und werden dort betreut.