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Kormoran jagt die Äschen im Kanal

Felchen und Egli leiden unter dem Klimawandel: Die Fischerträge im Zürichsee sind weiter rückläufig. Im Linthkanal macht den Fischern aber ein Vogel Konkurrenz.
Conradin Knabenhans
Den Äschen fehlt es nicht nur an Laichplätzen, ihnen droht auch Gefahr aus der Luft. (Bild: Sigi Tischler/KEY)

Den Äschen fehlt es nicht nur an Laichplätzen, ihnen droht auch Gefahr aus der Luft. (Bild: Sigi Tischler/KEY)

Immer seltener zappeln die Fische im Netz: Im vergangenen Jahr zogen die Fischer noch 169 Tonnen aus dem Zürichsee und dem Obersee. Das ist ein Drittel weniger als im Zehnjahresschnitt. Im Vergleich zum Vorjahr waren es fast 20 Tonnen weniger, wie der Jahresbericht der Fischereikommission für den Zürichsee, Linthkanal und Walensee zeigt. Für die Berufsfischer ist diese Situation dramatisch: Denn bei den ökonomisch relevanten Arten ist der Rückgang besonders deutlich. Mit knapp 23 Tonnen fielen die Eglifänge so tief aus wie seit über dreissig Jahren nicht mehr. Auch der Felchenertrag ist stark zurückgegangen: Nur noch 55 Tonnen wurden aus den Gewässern gefischt. Das sind 80 Tonnen weniger als im Zehnjahresmittel.

Bestand der Äschen auf historischem Tief

Der Linthkanal sollte zum attraktiven Lebensraum für Fische werden. Das war eines der Hauptziele des millionenteuren Hochwasser- und Renaturierungsprojektes «Linth 2000». Doch die Verbesserungen beim Fischbestand im Linthkanal lassen auf sich warten. Noch schlimmer: Die Fangzahlen gehen sogar deutlich zurück. Im vergangenen Jahr wurden im Kanal nur noch 421 Kilogramm Fisch gefangen. Das ist der niedrigste Fangertrag seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1940.

Mit rund 280 Kilogramm liegt der Ertrag bei den Äschen ebenfalls auf einem historischen Tief, im Vergleich zum Vorjahr gingen die Fangzahlen um fast 30 Prozent zurück. Dennoch will Michael Kugler vom St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei das Renaturierungsprojekt an der Linth nicht verteufeln: «Das Projekt ist erfolgreich», meint er. Es seien derzeit vor allem einfach andere Tier- und Pflanzenarten, die von den Massnahmen profitieren würden.

Warum aber klappt die Wiederansiedlung bei den Äschen nicht? Kugler führt dafür zwei Gründe ins Feld, die eng miteinander zusammenhängen: Der Äsche fehlt es an Laichplätzen und gleichzeitig droht Gefahr aus der Luft: Der Kormoran macht Jagd auf die Fische. «Weil sich die Fische an bestimmten Stellen im Linthkanal häufen, sind sie für die Raubvögel eine leichte Beute», meint Kugler. Zur Verbesserung der Laichmöglichkeiten für die Äschen sind zusätzliche Kiesschüttungen nötig. Die Machbarkeit einer solchen Massnahme wird aktuell mit einem Strömungsgutachten geklärt.

Jagdzeit während Laichzeit

Gemäss Absprache zwischen den Jagdbehörden der Kantone St. Gallen, Glarus und Schwyz sowie des Bundes ist geplant, die Kormoranschonzeit um sechs Wochen zu verkürzen und – vorerst befristet bis ins Jahr 2021 – an ausgewählten Strecken des Linthkanals auf neu vom 16. April bis 31. August zu reduzieren. Die Jagdzeit für Kormorane gilt nun auch während der sensiblen Laichzeit der Äschen. Seit dem 1. Januar gilt als dritte Massnahme zudem ein Äschen-Schonmass von 35 Zentimetern (bisher 32) sowie eine um einen Monat verlängerte Schonzeit. «Es ist zu hoffen, dass diese für die Fischer einschneidenden Massnahmen dazu beitragen, die Trendwende für den Äschenbestand des Linthkanals endlich einzuleiten», schreibt die Fischereikommission für den Zürichsee, Linth­kanal und Walensee in ihrem ­Bericht.

Dass die Fischbestände bei Felchen und Egli im Zürichsee rückläufig sind, hat andere Gründe als im Linthkanal: Schuld sind der Gewässerschutz und die Klimaerwärmung. «Die Gewässer werden allgemein nährstoffarmer», sagt Michael Kugler vom kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei.

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