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KONTROLLEN: Müde am Steuer wegen Hanf

Immer mehr Läden in der Ostschweiz bieten Produkte mit Cannabidiol an. Diese sind legal und haben keine berauschende Wirkung. Im Strassenverkehr kann der Konsum aber zu Problemen führen.
Patrick Baumann
Seit diesem Jahr sind in der Schweiz legale Cannabis-Produkte wie CBD-Hanf (oben links) oder -Zigaretten (rechts davon) erhältlich. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Seit diesem Jahr sind in der Schweiz legale Cannabis-Produkte wie CBD-Hanf (oben links) oder -Zigaretten (rechts davon) erhältlich. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Patrick Baumann

patrick.baumann@tagblatt.ch

Es herrscht Goldgräberstimmung in der Ostschweiz. Das Angebot an legalen Hanfprodukten mit dem Wirkstoff Cannabidiol (CDB) wächst seit einigen Monaten rasant. An Supermarktassen, Kiosken und an Tankstellen werden Zigaretten mit CBD-Hanf verkauft. CBD wirkt im Gegensatz zu THC nicht berauschend, sondern nur schmerzlindernd und beruhigend. Der Stoff unterliegt deshalb nicht dem Betäubungsmittelgesetz. Gerade im Strassenverkehr sind die immer beliebter werdenden legalen Hanfzigaretten aber nicht unproblematisch. «Weil CBD eine dämpfende Wirkung hat und schläfrig macht, kann der Konsum auf der Strasse zu Problemen führen», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. «Der Konsum ist zwar nicht grundsätzlich verboten, es muss aber mit einem Ausweisentzug gerechnet werden, wenn man in einer Kontrolle aufgrund von CBD als fahrunfähig eingestuft wird.» Es verhalte sich hier gleich wie bei Medikamenten mit dämpfender Wirkung.

Schneider empfiehlt deshalb grundsätzlich nach dem Konsum von CBD-Hanf nicht ins Auto zu steigen. Auch dem Hersteller der Hanfzigaretten ist das Problem bewusst. Auf jeder Verpackung wird vor dem Fahren unter Einfluss des legalen Hanfs gewarnt.

Bei Kontrolle beinahe eingeschlafen

Im Kanton St. Gallen wird noch keine separate Statistik über Fälle von Fahrunfähigkeit aufgrund von CBD-Konsum geführt. Florian Schneider weiss aber von zwei Verdachtsfällen. «Eine Person ist bei einer Polizeikontrolle und auch später beim Blut- und Urintest im Spital beinahe eingeschlafen. Der Mann gab an, CBD konsumiert zu haben. Dies konnte durch die Tests bestätigt werden.» Ein anderer Fall ging für die kontrollierte Person glimpflich aus. «Der Verdacht der Polizisten auf Fahrunfähigkeit wurde durch die herbeigezogenen Ärzte nicht bestätigt», sagt Schneider. Bei der Beurteilung der Fahrunfähigkeit komme es nicht auf den CBD-Wert im Blut an, sondern auf die Einschätzung der Polizisten und der herbeigezogenen Ärzte. «Die Polizisten werden deshalb speziell geschult. Liegt ein Verdacht vor, so wird die kontrollierte Person in ein Spital gebracht. Dort geben Ärzte ihre Einschätzung ab. Stimmen sie den Polizisten zu, wird ein Blut- und Urintest durchgeführt», sagt Schneider.

Nebst dem Cannabidiol enthalten die legalen Hanfzigaretten auch geringe Mengen an THC. «Der THC-Gehalt einer Zigarette ist aber so klein, dass der Grenzwert bei einem Labortest wohl nicht überschritten wird. Bei mehreren Zigaretten wäre ich mir nicht sicher», so der Mediensprecher. Dies sei aber irrelevant, da die Wirkung und nicht die Stoffmenge entscheidend für den Befund der Fahrunfähigkeit sei.

Nicht nur die CBD-Zigaretten, sondern auch der legale Hanf stellt die Polizei vor Herausforderungen. «Weil der CBD-Hanf optisch von Drogenhanf nicht zu unterscheiden ist, muss er bei Kontrollen sichergestellt und im Labor geprüft werden.» In solchen Fällen werde eine Verzeigung gestellt. «Diese wird erst zurückgezogen, wenn der gemessene THC-Wert unter dem Schwellenwert liegt.»

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