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Konsumentenschützerin kritisiert App

Nahezu jedes zehnte Fairtiq-Billet wird in der Ostschweiz verkauft. Jetzt geht die Schweizer Ticket-App ins Ausland. Umstritten ist die Nutzung der Kundendaten.
Christoph Zweili

Handy einschalten, App öffnen, einsteigen, fahren, App schliessen – und schliesslich noch bezahlen: Es ist genau ein Jahr her, seit sechs Unternehmen im grössten Tarifverbund der Schweiz, dem «Ostwind», die Billett-App Fairtiq lanciert haben. Die App – inzwischen schweizweit einsetzbar – erkennt Haltestellen automatisch, zeichnet die Fahrt auf und rechnet autonom den günstigsten Tarif aus. Die Rechnung wird vom Reisenden per Kreditkarte, Postfinance-Karte oder via Handy beglichen.

Konsumentenschützerin Sara Stalder kritisierte in der Radio SRF 1-Sendung «Espresso» die Datenschutzbestimmungen. 150 Kunden hatten ein Mail erhalten, weil sie die App nicht mehr eingesetzt haben. Wann und wo die App eingesetzt werde, gehe den Betreiber nichts an, wird kritisiert. App-Gründer Gian-Mattia Schucan sieht das anders: «Wir haben aus den Kunden, die die App in letzter Zeit nicht genutzt haben, 150 zufällig ausgewählt und sie in einer Umfrage zur Zufriedenheit mit Fairtiq befragt», entgegnet er. «Die Daten wurden anonym ausgewertet. Nur eine Person hat sich kritisch geäussert.»

AGB der neuen EU-Verordnung angepasst

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Fairtiq steht, dass das Unternehmen die erfassten GPS-Daten auswerten darf. Laut Schucan werden die Nutzerdaten bis ein Jahr nach der Fahrt gespeichert, falls es etwa zu Reklamationen komme. Dann würden sie vollständig anonymisiert. Die von Stalder als «schwammig» bezeichneten AGB seien per 1. Juni mit Blick auf die neue Datenschutz-Verordnung der EU angepasst worden.

Die 2016 lancierte App, mit 165000 verkauften Fahrten heute Marktführer im Schweizer «Check-in-Check-out»-Markt, hatte in der Ostschweiz im Juni 2017 einen Blitzstart hingelegt. Hier werden am zweitmeisten Fahrten verkauft, übertroffen nur noch in den Kantonen Luzern, Obwalden und Nidwalden («Passepartout»).

«Unsere Erfahrungen sind sehr gut», sagt Roland Ochsner, Unternehmensleiter bei Bus Ostschweiz. «Auch die Kundenrückmeldungen zur Einfachheit, zum Sortiment und zur Preisberechnung sind überwiegend gut bis sehr gut.» Interessant sei für das Unternehmen vor allem, dass mit «Fairtiq» der zeitintensive Verkauf beim Fahrpersonal reduziert werden könne. «Das kommt der Pünktlichkeit zu gute.»

Werner Fritschi, Bereichsleiter Markt bei der SBB-Tochter Thurbo, sieht in «Fairtiq» vor allem das Potenzial, im internationalen Bodenseeraum spontane Fahrten zu vereinfachen. Ab Herbst setzt auch der Verkehrsverbund Vorarlberg auf die App aus der Schweiz. «Es wird das erste Mal sein, dass sie im Vollbetrieb im Ausland eingesetzt wird», sagt Schucan.

Und der Markt gäbe noch viel mehr her: «Im Dreiländereck Liechtenstein–Schweiz–Vorarlberg kommen heute fünf verschiedene Tarife und Kooperationen zum Einsatz. Da hat kein Kunde mehr den Durchblick», sagt Schucan.

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