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Konkurrenz für Medical Master

ST.GALLEN. Im Kampf um die Bundesmillionen für die Ärzteausbildung muss sich St.Gallen gegen mehrere Mitbewerber durchsetzen. Diverse Kantone planen neue Studiengänge oder zusätzliche Ausbildungsplätze für Mediziner.
Andri Rostetter
100 Millionen Franken für zusätzliche Studienplätze: Nachwuchsmediziner im Berner Inselspital. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

100 Millionen Franken für zusätzliche Studienplätze: Nachwuchsmediziner im Berner Inselspital. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Noch existiert der Medical Master St.Gallen erst auf Papier. Läuft aber alles nach dem Plan von Gesundheitschefin Heidi Hanselmann, könnten die ersten Ärzte schon in zwei Jahren ihre Ausbildung in St.Gallen beginnen. Der politische Weg bis zur Ostschweizer Ärzteausbildung ist allerdings noch weit – und die Konkurrenz ist gross: Der seit Jahren andauernde Ärztemangel hat eine regelrechte Bildungsoffensive im Medizinbereich ausgelöst. Mittlerweile planen mehrere Kantone neue Ausbildungsgänge oder zusätzliche Studienplätze für Mediziner. Eine erste Entscheidung fällt Anfang März: Dann will der Bundesrat 100 Millionen Franken für zusätzliche Medizinstudienplätze bereitstellen (Ausgabe vom 13. Januar). Die Rektorenkonferenz koordiniert anschliessend die Projekte der verschiedenen Hochschulen. Im September prüft der Ausschuss Hochschulmedizin der Hochschulkonferenz alle Gesuche für zusätzliche Studienplätze für Mediziner. Bis Ende Jahr soll die parlamentarische Beratung in Bern abgeschlossen sein. Im Januar 2017 entscheidet der schweizerische Hochschulrat, wie die Bundesmillionen verteilt werden. Nebst den St.Galler Medical-Master-Plänen gibt es Projekte in diesen Kantonen:

Freiburg: Heute kann in der Schweiz an fünf Universitäten Medizin studiert werden. Die Unis von Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich verfügen über eine komplette Medizinische Fakultät; an der Uni Freiburg können angehende Ärzte das Studium bis zum Bachelor absolvieren und an einer der fünf anderen Unis fortsetzen. Freiburg denkt schon seit Jahren über eine Erweiterung des Medizinstudiums nach. Mit der Umstellung auf das Bachelor-Master-System kam wieder Bewegung in die Sache, 2013 gab der Freiburger Staatsrat schliesslich eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Im Oktober erteilte die Freiburger Regierung grünes Licht für die Einführung eines Master-Studiengangs mit Vertiefung Hausarztmedizin.

Luzern: Die Uni Luzern bietet schon heute ein Studium in Health Sciences an. Das Masterstudium legt den Schwerpunkt auf ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Behinderung, wie es in der Eigenwerbung der Uni heisst. Künftig will die Luzerner Uni auch «richtige» Mediziner ausbilden: Vor drei Jahren hat der Kanton eine Machbarkeitsstudie für den Aufbau eines Medical Masters in Auftrag gegeben, Ende 2015 wurde diese Studie abgeschlossen. Mögliche Kooperationspartner für die Praxisausbildung sind das Luzerner Kantonsspital, die Hirslanden-Klinik St. Anna in der Stadt Luzern und das Paraplegikerzentrum in Nottwil.

Zürich: Der Kanton Zürich verfügt bereits über eine Medizinische Fakultät an der Universität. Ab 2017 können angehende Ärzte ihre Bachelor-Ausbildung auch an der ETH absolvieren. Was die Masterstufe angeht, führt die ETH Gespräche mit St.Gallen – im Hinblick auf den geplanten Medical Master.

Lugano: Weit fortgeschritten sind auch die Pläne der Università della Svizzera italiana. Die Tessiner Uni bietet ab 2019 einen Master-Studiengang in Medizin an, rechtzeitig für die ersten Bachelor-Abgänger der ETH.

Lausanne: Die ETH Lausanne plant ein ähnliches Konzept wie die ETH Zürich, allerdings in Zusammenarbeit mit den Universitäten Lausanne und Genf.

Basel und Genf: Alle Unis haben die Zahl ihrer Studienplätze in Medizin in den vergangenen Jahren zwar bereits erhöht, ein weiterer Kapazitätsausbau scheint aber nicht ausgeschlossen. Der Bund finanziert die Medizinischen Fakultäten zwar schon heute – über die Grundbeiträge für die kantonalen Universitäten. Ob dies auf die Verteilung der vom Bundesrat in Aussicht gestellten Millionen einen Einfluss hat, ist allerdings offen. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass auch die etablierten Mediziner-Unis Gesuche einreichen werden, um an weitere Bundesgelder zu gelangen.

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