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Kompetenter dank früher Förderung

«Staatliche Frühförderung bringt kaum etwas», Leserbrief vom 11. Februar
Bernhard Hauser, Dozent und Forscher Phsg, Schulratspräsident Sargans

Zentrale Aussagen des Interviews vom 4. Februar wertet René Walcher in seinem Leserbrief als Nonsens. Ich unterstütze seine Forderung nach mehr evidenzbasierter Pädagogik. Deshalb hier meine Replik auf einen Teil der Kritik. Zunächst ist vollständig falsch, dass Frühförderprogramme nicht wirken: Die Perry-Preschool-Studie belegt für frühe intensive Förderung unter anderem einen Rückgang von mehr als 50 Prozent bei den schulischen Sondermassnahmen und den Gefängnisstrafen bis 27 Jahre. Vergleichbare europäische Studien kommen zu etwas geringeren, aber immer noch beachtlichen Effekten, geringer deshalb, weil in europäischen Ländern Armut und Bildungsferne früher reduziert werden – auch ein Effekt staatlicher Massnahmen. Auch ist der IQ alles andere als von Gott oder den Genen gegeben: Er nahm in den letzten Jahrzehnten nicht deshalb um bis zu 25 IQ-Punkte pro Generation zu (Flynn-­Effekt), weil die Gene besser wurden, sondern weil schulische und familiäre Förderung zugelegt haben. Dass intensives und intelligentes Lernen zu bedeutenden Erträgen führt, zeigen Befunde aus der Expertise-Forschung. So konnte kürzlich in einer Studie gezeigt werden, dass selbst das absolute Gehör, das bislang als weitgehend genetisch bedingt vermutet wurde, von vielen wenn nicht gar den meisten Vorschulkindern erworben werden kann. Natürlich ist es für Erwachsene unangenehm, als Hauptursache für das Unvermögen von Kindern auch die eigene Erziehung in Betracht ziehen zu müssen. Lehrpersonen aber, welche Lernschwierigkeiten als mehrheitlich genetisch bedingt auffassen, stabilisieren die Dummheit. Das ist unprofes­sionell.

Bernhard Hauser, Dozent und Forscher PHSG, Schulratspräsident Sargans

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